Browsertrends: Macht Chrome Firefox den Garaus?

Laut einer Statistik von StatCounter ist Chrome vor Firefox der zweitbeliebteste Browser weltweit. Wenn der Trend sich weiter fortsetzt, könnte er in Europa bald Platz 1 erreichen. ZDNet untersucht, warum Google gegen Mozilla so erfolgreich ist.

Glaubt man der gestern veröffentlichten Statistik von StatCounter, so hat Google Chrome seinen Konkurrenten Mozilla Firefox bei den weltweiten Marktanteilen vom zweiten Platz verdrängt. Net Applications, das ebenfalls gestern Zahlen bekanntgab, sieht Firefox noch knapp vorne. Wenn sich der Trend sich aber fortsetzt, wird Chrome Firefox vermutlich im März 2012 überholen.

Browserstatistiken sind naturgemäß großen Ungenauigkeiten unterworfen, da nicht das gesamte Web, sondern nur teilnehmende Sites erfasst werden, die zudem nicht repräsentativ sind.

Browsermarktanteile weltweit (Quelle: StatCounter)

Außerdem sollte man wissen, dass nicht die Anzahl der in der Userschaft installierten Browser, sondern die Zugriffe auf Websites gemessen werden. Vielsurfer, die zwölf und mehr Stunden am Tag online sind, verhelfen ihrem Lieblingsbrowser zu mehr Marktanteil als Wenigsurfer, die ihren Computer nur drei bis vier Stunden täglich nutzen.

Trotzdem ist der weltweite Trend klar. Internet Explorer und Firefox verlieren beide – und zwar vor allem zu Gunsten von Google Chrome. Auffällig sind allerdings die regionalen Unterschiede. Deutschland ist beispielsweise ein von Firefox dominiertes Land.

Browsermarktanteile in Deutschland (Quelle: StatCounter)

Hierzulande sank der Marktanteil des Mozilla-Browsers im letzten Jahr von 62,25 auf 52,26 Prozent. Obwohl noch mehr als jeder zweite Webzugriff mit Firefox erfolgt, musste der Browser beim Marktanteil fast 10 Prozentpunkte abgeben.

Ferner lässt sich in Deutschland ein positiver Effekt für den Internet Explorer durch die Launch von IE9 messen. Der IE-Marktanteil stieg von 21,35 Prozent im April auf 29,55 Prozent im September, fiel aber danach bis Ende November wieder auf 25,16 Prozent zurück. In den meisten anderen Ländern und Weltregionen blieb der IE9-Launch nahezu unbeachtet – jedenfalls wenn man den Marktanteil betrachtet. Google Chrome kommt in Deutschland nur auf 12,95 Prozent, aber auch das ist eine Steigerung um über 5 Prozentpunkte im letzten Jahr.

Wenn man Europa betrachtet, teilen sich IE und Firefox mit je etwa 32,5 Prozent den ersten Platz. Der IE liegt mit 32,56 Prozent nur 0,01 Prozentpunkte vor Firefox. Chrome kommt auf 24,37 Prozent. Setzt sich der Trend allerdings fort, dann wird Chrome bis Mitte 2012 der meistgenutzte Browser in Europa.

Browsermarktanteile in Europa (Quelle: StatCounter)

In den USA macht der IE schon seit Juli wieder leicht an Boden gut. Im November war allerdings ein sprunghafter Anstieg zu erkennen, so dass der IE erstmals seit einem Jahr wieder über die 50-Prozent-Marke springen konnte und nun bei 50,66 Prozent liegt. Der IE konnte sogar Shooting-Star Chrome einen kleinen Dämpfer verpassen, der auf 17,30 Prozent nach 18,52 Prozent im Oktober kommt.

Auch in Ländern, in denen die Welt für Microsoft vergleichsweise noch in Ordnung ist, etwa China, das mit 1,3 Milliarden Einwohnern einen nicht ganz unerheblichen Einfluss auf die weltweite Statistik hat, zeigt sich eine klare Tendenz: Der Marktanteil des IE sinkt kontinuierlich, liegt aber immer noch bei 83,15 Prozent.

Chrome hat sich im letzten Jahr langsam aber stetig auf Platz 2 vorgearbeitet und kann 7,63 Prozent Marktanteil vorweisen. Firefox verändert sich kaum und schwankt zwischen 3 und 3,5 Prozent. Immerhin konnte Firefox den chinesischen Browser Maxthon im November auf Platz vier verweisen, was aber daran liegt, dass Maxthons Anteil mehr und mehr zurückgeht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass IE und Firefox in den meisten Regionen verlieren und Chrome stark zulegt. Weltweit ist die Marktführerschaft des IE auch mittelfristig wohl nicht gefährdet, Chrome wird Firefox als Nummer zwei aber ablösen. Ob das nach StatCount bereits passiert ist oder gemäß Net Applications erst März 2012 eintreten wird, ist fast schon unerheblich. In Europa könnte Chrome schon Mitte 2012 zum meistgenutzten Browser werden. In Deutschland wird vermutlich auch in den kommenden Jahren Firefox dominieren.

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