Micron: Nachfrage nach SSDs steigt wegen Flutkatastrophe in Thailand

Die Flash-Laufwerke werden zunehmend als Ersatz für die derzeit knappen Festplatten verwendet. Laut Intel tragen auch Ultrabooks zur erhöhten Nachfrage nach SSDs bei. Die flachen Notebooks verzichten oft von Haus aus auf eine HDD.

Micron Technology berichtet von einer steigenden Nachfrage nach Solid State Drives, was auf die Überschwemmungen in Thailand zurückzuführen sei. In der Region sind zahlreiche Zulieferer von Festplatten-Komponenten ansässig, die insgesamt für rund 70 Prozent der weltweiten Produktion verantwortlich sind. Seit dem Spätsommer gibt es Lieferengpässe, die stetig steigende Preise für herkömmlichen Festplatten zur Folge haben.

„Es ist eindeutig eine steigende Nachfrage wegen der Flut in Thailand auszumachen“, sagte Kevin Kilbuck, Marketing-Direktor von Microns NAND Solutions Group. „Es gibt weniger Festplatten und immer mehr Lücken, die SSDs gut schließen können.“

Auch Ultrabooks tragen zur erhöhten Nachfrage nach SSDs bei. „Weil Ultrabooks entweder ausschließlich auf SSDs setzen oder eine Kombination aus einer Festplatte und einer kleinen SSD als Cache nutzen“, erklärt Troy Winslow, Marketing-Direktor von Intels Flash-Sparte.

Vergangene Woche hatte HP-CEO Meg Whitman erklärt, dass „die Googles und Facebooks dieser Welt“ sich an ihr Unternehmen gewandt hätten, weil sie nicht mehr an Festplatten herankämen. Wegen des Engpasses seien HPs Server derzeit besonders gefragt. Nach Whitmans Einschätzung wird die Lage in den nächsten beiden Quartalen prekär bleiben.

Davon geht auch Seagate aus, das Anfang der Woche trotz der Flutkatastrophe einen positiven Ausblick abgegeben hatte. Man werde im laufenden Quartal mehr Festplatten verkaufen als geplant, teilte der Hersteller mit. Im Gegensatz zu manchen Konkurrenten sei Seagate nicht sehr stark betroffen – seine Fabriken hätten überwiegend weiterarbeiten können. Allerdings hätten „Lieferengpässe bei externen Komponenten“ die Produktion beeinträchtigt.

Weltweit wurden monatlich zuletzt etwas über 50 Millionen Festplatten produziert. Von Seagate-Konkurrent Western Digital stammt gut ein Drittel davon. Aus dessen jetzt überfluteten Werk in Thailand kamen davon wiederum bisher rund 60 Prozent. Grob kalkuliert fehlen dem Weltmarkt also allein von Western Digital in den kommenden drei Monaten 15 bis 20 Prozent der sonst hergestellten HDDs. In absoluten Zahlen sind das zwischen 9 und 12 Millionen.

Offen bleibt, wie die SSD-Hersteller auf die Marktsituation reagieren: Ob sie die Lage ausnutzen, um ihre Stückzahlen zu erhöhen, oder ob sie darauf setzen, dass die Käufer ohnehin zu ihnen kommen und daher versuchen, die Marge hochzuhalten.

Themenseiten: Business, Hardware, Intel, Micron Technology, SSD, Seagate, Storage, Western Digital

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