Simfy und Spotify verlieren Songs von über 200 Independent-Labels

Auch von Rdio und Napster zieht sich die Verwertungsgesellschaft STHoldings zurück. Angeblich machen Streamingdienste das Geschäft kaputt: Sie liefern geringe Umsätze und wirken sich schädlich auf die Verkäufe aus.

Spotify, Simfy, Rdio und Napster müssen künftig ohne die Inhalte von über 200 Independent-Labels auskommen. Das hat die Verwaltungsgesellschaft STHoldings mitgeteilt. Demnach haben nur vier der insgesamt 219 von STH vertretenen Plattenfirmen zugestimmt, dass sie ihre Inhalte noch über die Streamingdienste anbieten wollen.

Musik-Streamingdienste

„Obwohl diese Dienste Werbung zu vielen Millionen Musikhörern bringen, haben wir Bedenken, dass sie die Einnahmen von traditionelleren digitalen Diensten kannibalisieren“, lautet die Begründung von STH. „Sie liefern geringe Umsätze und wirken sich schädlich auf die Verkäufe aus.“

Die Verwertungsgesellschaft weist auch auf eine aktuelle Studie der NPD Group und NARM hin. „Kostenlose Onlineradios oder Videosites wie YouTube und Vevo veranlassen Nutzer mit hoher Wahrscheinlichkeit, Musikstücke weiterhin zu streamen, statt sie sich zu kaufen“, heißt es in einer Zusammenfassung der Ergebnisse. Nach wie vor seien Radio und TV die am häufigsten genutzten Plattformen für musikalische Neuentdeckungen.

Es ist nicht das erse Mal, dass Plattenfirmen Inhalte aus dem Portfolio eines Streamingdiensts entfernen. Vergangenen Sommer hatte sich etwa das Metal-Label Century Media, das etwa „In Flames“ vertritt, von Spotify zurückgezogen. Seine Künstler würden zu wenig verdienen. Auch die Plattenverkäufe gehen demnach in Ländern, in denen Spotify etabliert ist, drastisch zurück.

Bislang gibt es nur wenige Untersuchungen, wie viel Künstler und Plattenfirmen mit Streamingdiensten verdienen. Laut dem britischen Guardian bietet etwa Spotify großen Unternehmen bessere Konditionen als Indie-Labels. Der Blog Information is Beautiful zitiert eine Liste, wonach Spotify einer Plattenfirma 0,17 US-Cent zahlt, bei Last.fm sollen es 0,91 Cent sein. Allerdings ist zumindest teilweise unklar, woher die Daten stammen beziehungsweise ob sie korrekt sind.

Der deutsche Musikdienst Simfy hat indes vergangene Woche sein kostenloses Angebot auf fünf Stunden pro Monat heruntergeschraubt. „Besondere Premium-Titel“ stehen nur noch als 30-Sekunden-Ausschnitt zur Verfügung. Wer unbegrenzt Musik hören will, muss künftig ein Abo abschließen. Bisher konnten Nutzer 20 Stunden monatlich kostenlos Simfys Angebot nutzen. Spotify bietet hingegen nach wie vor 20 Stunden Gratis-Streaming im Monat.

Themenseiten: Business, Rdio, Simfy, Spotify, Streaming, napster

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