Schiedsgericht: Western Digital muss 525 Millionen Dollar an Seagate zahlen

Western Digital soll Geschäftsgeheimnisse von einem früheren Seagate-Mitarbeiter erfahren haben. WD will die Entscheidung anfechten. "Wir glauben, dass sich unser Unternehmen immer korrekt verhalten hat", sagte CEO John Coyne.

WD gegen Seagate

In einem Schiedsverfahren hat ein Richter im US-Bundesstaat Minnesota Western Digital eine Zahlung von 525 Millionen Dollar an den Konkurrenten Seagate auferlegt. Das Gericht warf Western Digital vor, sich unrechtmäßig „vertrauliche Informationen und Geschäftsgeheimnisse“ von einem früheren Seagate-Angestellten angeeignet zu haben. Zur genannten Summe sollen noch Zinsen kommen, die zu einem späteren Zeitpunkt zu bestimmen sind.

Western Digital selbst teilte die Entscheidung mit. Einzelheiten des Verfahrens sind derzeit noch nicht öffentlich. Western Digital will das Urteil des Schiedsgericht jedenfalls nicht annehmen und geht davon aus, dass es keinen Bestand haben wird. „Wir glauben nicht, dass es eine gesetzliche oder faktenmäßige Grundlage für den Zuspruch dieser Schadenssumme gibt“, heißt es in einer Erklärung von John Coyne, Präsident und CEO von Western Digital. „Wir glauben, dass sich unser Unternehmen immer korrekt verhalten hat und werden die Entscheidung nachdrücklich anfechten.“

Western Digital und Seagate sind die beiden führenden Festplattenhersteller. Im zweiten Quartal hielt Western Digital laut IHS iSuppli einen Marktanteil von 32 Prozent, gefolgt von Seagate mit 31 Prozent. Im März hatte Western Digital das Festplattengeschäft von Hitachi übernommen, im April reagierte Seagate mit dem Kauf von Samsungs Festplattensparte. Diese Übernahmen eingerechnet, hätte Western Digital einen Vorsprung gewonnen – mit 48 Prozent gegenüber Seagate mit 41 Prozent.

Neben der Niederlage im Schiedsverfahren hat Western Digital noch immer mit den Folgen der Flut in Thailand zu kämpfen. Der Hersteller ist davon besonders hart betroffen, weil er 60 Prozent seiner Laufwerke in diesem Land herstellt. Er rechnet mit Lieferschwierigkeiten über mehrere Quartale. „Das Unternehmen erwartet, dass die Überflutung seiner thailändischen Werke, verbunden mit dem Flutschaden in der Lieferkette in Thailand, erhebliche Auswirkungen auf seine Produktion und seine Fähigkeit hat, die Kundennachfrage nach seinen Produkten im Dezemberquartal zu erfüllen“, hatte Western Digital im vergangenen Monat erklärt.

Themenseiten: Business, Gerichtsurteil, Seagate, WD, Western Digital

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