Vorschau auf Firefox für Android mit nativer Benutzeroberfläche verfügbar

Sie soll die Performance verbessern, den Speicherverbrauch senken und die Reaktionszeit bei Eingaben verkürzen. Durch den Verzicht auf die bisher verwendete Technik XUL, können jedoch viele Add-ons nicht mehr genutzt werden.

Mozilla hat eine erste Vorabversion von Firefox für Android (Codename Fennec) veröffentlicht, die eine native Benutzeroberfläche verwendet. Damit setzt das Unternehmen seine Ankündigung von Mitte Oktober um, bei seinem Mobilbrowser künftig auf die Technik XUL (XML User Interface Language) zu verzichten. Durch den Schritt soll die Performance deutlich steigen – allerdings leidet darunter die Kompatibilität zu Add-ons, die XUL nutzen.

Die XUL-basierte Version von Firefox startet auf Android-Geräten relativ langsam, weil zunächst die Rendering-Engine Gecko geladen werden muss, um die in XUL beschriebene Oberfläche anzuzeigen. Wie Firefox-Entwickler Mark Finkle in seinem Blog schreibt, startet die native Version sehr viel schneller, weil Oberfläche und Gecko parallel geladen werden. Finkle spricht von dem Bruchteil einer Sekunde statt mehreren Sekunden.

Ein weiterer Vorteil der nativen Android-Oberfläche ist ihr deutlich geringerer Speicherverbrauch. In der neuen Firefox-Version verzichtet Mozilla auf die Multiprozess-Architektur e10s, die laut Finkle zwar zur Stabilität beigetragen, aber ebenso den Ressourchenverbrauch erhöht und zu einigen Leistungsproblemen geführt hat. In dem überarbeiteten Mobilbrowser läuft Gecko nicht mehr in einem separaten Prozess, sondern in einem eigenen Thread.

Zudem verbessert das native User Interface die Leistung beim Verschieben und Zoomen von Fensterinhalten. Der Mobilbrowser soll spürbar schneller auf Eingaben reagieren.

Alle Bereiche der neuen Oberfläche sind Finkle zufolge native Android-Widgets. Das gilt sowohl für die Adressleiste als auch das Fenster für die Webinhalte, die Gecko in eine native Ansicht rendert. Dennoch kommt im Hintergrund weiterhin in großem Umfang JavaScript zum Einsatz, um die Verbindung zur Rendering-Engine herzustellen.

Durch die Änderungen werden XUL-basierte Add-ons für Firefox für Android nicht mehr unterstützt. Mozilla arbeite an einem neuen Ansatz für Firefox-Erweiterungen unter Android, einem Interface namens NativeWindow, schreibt Finkle. Doch zunächst müssen Nutzer des Mobilbrowsers auf Funktionen wie Firefox Sync zum Abgleichen von Lesezeichen, Passwörtern und offenen Tabs zwischen verschiedenen Versionen des Browsers verzichten. Eine native Version von Sync für Android ist jedoch in Arbeit und soll im Dezember erscheinen.

In der Nacht zum Mittwoch will Mozilla die Nightly Builds von Fennec von XUL auf das native UI umstellen, wie Release Manager Christian Legnitto schon am Freitag angekündigt hat. Ein Update für Honeycomb sei zunächst nicht geplant, weil Tablets noch nicht unterstützt werden. Entwickelt wird die neue Version in einem eigenen Repository namens „Birch“.

Die neue Version von Firefox für Android ist für Mozilla von hoher strategischer Bedeutung. Das Google-OS ist die einzige Möglichkeit für das Unternehmen, seinen Browser auf Mobilgeräte zu bringen, weil Apple und Microsoft Firefox bisher nicht für ihre Plattformen iOS und Windows Phone zugelassen haben.

Die neue Version von Firefox von Android nutzt die native User-Interface-Technik des Google-OS (Bild: Mark Finkle).
Die neue Version von Firefox von Android nutzt die native User-Interface-Technik des Google-OS (Bild: Mark Finkle).

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Björn Greif, Stephen Shankland
Autor: Björn Greif, Stephen Shankland
Redakteur ZDNet.de
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