Google Music wird angeblich ohne Songs von Sony und Warner starten

Die Verhandlungen mit den beiden Plattenfirmen dauern noch an. Ein Lizenzabkommen besteht bisher lediglich mit Universal Music. Google soll schon kommenden Mittwoch eine Download-Funktion für Google Music vorstellen.

Google hat Ende vergangener Woche Einladungen für ein Event in Los Angeles verschickt, auf dem es voraussichtlich eine Downloadfunktion für seinen Musikdienst Google Music vorstellen wird. Allerdings geht der Service nur mit Unterstützung eines der vier großen Musiklabels an den Start: Universal Music. Nach Auskunft von Quellen in der Musikindustrie hat der Suchriese bisher noch keine Lizenzabkommen mit Sony Music Entertainment oder der Warner Music Group geschlossen.

Den Quellen zufolge dauern die Gespräche zwischen Sony, Warner und Google noch an. Unklar sei, ob sich auch die britische Plattenfirma EMI an Google Music beteilige. Ein Grund dafür könnte die vergangenen Freitag angekündigte Zerschlagung von EMI sein. Das Tonträgergeschäft übernimmt Universal Music für 1,2 Milliarden Britische Pfund (1,4 Milliarden Euro), während Sony Music sich den Musikverlag der Briten für 2,2 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) sicherte.

Google will kommende Woche Erweiterungen für seinen Musikdienst vorstellen (Bild: Google).
Google will kommenden Mittwoch Erweiterungen für seinen Musikdienst vorstellen (Bild: Google).

Eigentlich ist die Musikindustrie an einer Zusammenarbeit mit Google interessiert. Die Labels suchen immer noch nach einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für Apples iTunes Store. Google sollte das dafür benötigte technische Know-how, das Geld und auch die Bekanntheit im Internet besitzen. Der Internetkonzern selbst will mit dem Musikdienst sein Handybetriebssystem Android aufwerten.

Googles Verhältnis zu den großen Plattenfirmen ist jedoch angespannt. Unter anderem hatte Viacom, Mutter von MTV Networks, auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz geklagt, weil Googles Videodienst Youtube Nutzer ermutigen soll, urheberrechtlich geschützte Videos zu veröffentlichen.

Eine erste erste Testversion von Music hatte Google im Mai sogar ohne jegliche Lizenzen gestartet. Die Labels argumentieren, dass Google Music ohne Unterstützung der vier Branchengrößen nicht gegen iTunes bestehen könne. Möglicherweise wird der Suchriese am Mittwoch auf dem Event in Los Angeles erklären, warum Google Music seiner Ansicht nach trotzdem konkurrenzfähig ist.

Ein weiterer Streitpunkt zwischen Rechteinhabern und Google ist derzeit eine im Android Market erhältliche App namens MP3 Download Pro, mit der Anwender Musik auf ihr Handy laden können. PCMag.com zufolge fordert der Branchenverband RIAA (Recording Industry Association of America), dass die Anwendungen aus Googles App Store verbannt wird, da sie angeblich Musikpiraterie fördert.

Themenseiten: Android, Cloud-Computing, EMI, Google, Internet, Mobile, Sony Music, Universal Music, Warner Music

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