Studie: Nur bekannte Marken profitieren von Daily Deals

Die meisten sind schon im Vorfeld Kunden eines Geschäfts oder einer Marke. Mehr als 50 Prozent hätten ein Produkt auch ohne Gutschein gekauft. 43 Prozent der Nutzer haben schon einmal einen gekauften Coupon verfallen lassen.

Logo Groupon

Die Probleme von Schnäppchenportalen wie Groupon und LivingSocial, profitabel zu werden, sind ihrem Geschäftsprinzip geschuldet. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie von Forrester Research mit dem Titel „Myths and Truths About Daily Deals„. Demnach ist etwa das Medium E-Mail ungeeignet, Wachstum anzuregen. Bisher sind E-Mails aber das primäre Vehikel, um Daily Deals an den Kunden zu bringen.

29 Prozent der für die Studie Befragten wollen demnach die Benachrichtigungen wieder abbestellen. Und 49 Prozent haben sich gar nicht erst angemeldet – um ihre Mailbox nicht zu verstopfen, wie Autorin Sucharita Mulpuru in einem Blogeintrag festhält. Vereinzelt berichteten Unternehmen auch davon, dass sie immer mehr Einnahmen über Besucher ihrer Site selbst generierten, was Mulpuru zufolge so lange funktioniert, wie eine Marke im Bewusstsein von Nutzern präsent ist. „Marketing und Verkauf sind aber zwei Bereiche, in denen etwa Groupon angekündigt hat, dass es einsparen will.“

Für die Kernunternehmen, die Deals via Schnäppchensites anbieten, ergibt sich der Studie zufolge kein Zuwachs. Das betrifft unter anderem Restaurants oder auch Einzelhändler. Der Großteil derer, die Gutscheine nutzen, waren schon zuvor Kunden des Geschäfts oder der Marke. Bei Bekleidung und Schuhen sind es demnach rund 80 Prozent. Über die Hälfte der Befragten sagte zudem, sie hätte das Produkt auch ohne Ermäßigung erworben. 43 Prozent hätten gar schon einmal einen Coupon erworben, ihn hinterher aber nicht fristgerecht eingelöst.

Marktforscherin Mulpuru zufolge bieten Daily Deals Unternehmen aber auch Vorteile. „Konsumenten, die sich bei diesen Sites anmelden – insbesondere die jüngeren Einkäufer -, lieben es, neue Produkte, Marken oder Angebote zu entdecken.“ Groupons Vorverkaufsmodell bedürfe keiner Investitionen seitens der Unternehmen und könne sich sogar als äußerst profitabel erweisen, schätzt sie.

Mulpuru nennt in ihrer Studie vier Voraussetzungen für Profitabilität: Zunächst sollten Verkäufer die Möglichkeit erhalten, zu wählen, welche Kunden ihre Angebote erhalten. „All die Daten, die diese Daily-Deals-Firmen vorgeblich zur Verfügung haben, nützen ihren Handelspartnern bisher wenig.“ Zudem fordert die Marktforscherin mehr Möglichkeiten für Unternehmen, ihre Schnäppchen einzugrenzen.

Auch soll die Gültigkeit der Gutscheine verkürzt werden: „Schon jetzt sehen wir Händler, deren Angebote innerhalb von ein paar Wochen erlöschen. Das hat viel mehr Sinn als ein Einlösungszyklus von einem Jahr“, betont Mulpuru. Ihrer Ansicht nach sollten sich Schnäppchensites nicht zuletzt stärker auf junge Unternehmen konzentrieren. „Für kleine, unbekannte und noch nicht getestete Händler ist Groupons Kundendatei ein potenziell attraktives Werkzeug zur Kundenakquise – das seinerseits eine Einnahmequelle sein könnte.“

Themenseiten: Business, E-Commerce, Networking, Politik, Soziale Netze, groupon

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