Storage-Trends: schneller, einfacher und immer mehr Flash

Die Storage Networking World 2011 hat die Spezialisten für Storage, Virtualisierung und Rechenzentren nach Frankfurt gelockt. Offiziell stand auch dort die Cloud im Mittelpunkt. Einer der dominierenden Trends war aber, dass alles einfacher werden soll.

Knappe Beschaffungs- und Personalbudgets in der IT haben einen Vorteil: Sie fördern einfachere Lösungen. Denn kein Unternehmen kann sich heute mehr ein Heer von IT-Spezialisten leisten, die vor allem die mangelnde Einigungsbereitschaft von Herstellern, sprich Inkompatibilitäten und Protokollwirrwarr, kompensieren. Gleichzeitig soll natürlich auch alles schneller werden. Weiter muss die Branche die Datenberge in den Griff bekommen, die vorläufig ungeniert weiterwuchern. Und schließlich gilt es, die letzte Marktreserve, die Kleinunternehmen und Mittelständler, mit passenden Produkten zu erobern.

Für alle Themenbereiche fanden sich auf der Kombiveranstaltung Storage Networking World (SNW), Datacenter Technologies und Virtualization World Beispiele: 70 Hersteller zeigten ihre Produkte und rund 1300 Fachbesucher waren zu den zwei Veranstaltungstagen angereist, um sich zu informieren.

Obwohl die meisten Aussteller aus der Speicherbranche kamen, gab es auch für den aufstrebenden Cloud-Markt einige interessante Neuerungen. Beispielsweise das Cloud-Managementsystem Exility von Flexiant. Die Software kann in heterogenen Umgebungen VMwares vCloud Director ersetzen. Die Fertiglösung verwaltet dann die Systeme unter allen vorhandenen Hypervisoren einheitlich. Dadurch können Cloud-Provider flexibler kalkulieren, ohne mehrere Managementprogramme zu benötigen: Segmente unter VMware lassen sich mit solchen unter Xen oder Hyper-V in einer einheitlichen Managementumgebung zusammenfassen. Der Preis: 1000 britische Pfund im Monat pro Knoten.

Schnellere Verbindungen

Damit die Cloud-Welt gut funktioniert, bedarf es schneller Verbindungen, die Anwendungen nicht verzögern. Da helfen Beschleuniger, wie sie zum Beispiel Riverbed mit der Ende Oktober eingeführten Stingray-Serie anbietet. Sie umfasst Akzeleratoren für Anwendungen und Webseiten sowie eine Web-Firewall. Auch A10 Networks zeigte Akzeleratoren. Die Appliances der AX-Serie beschleunigen die Netzwerkschichten 4 bis 7. Zu den Kernfunktionen der Geräte gehören das Loadbalancing zwischen Servern, Firewalls und Links, die Überwachung des Betriebszustand sowie Sicherheitsfeatures.

Einfacher soll es auch für die Rechenzentrumsmanager werden: Weil sich immer schlechter vorhersagen lässt, welche Protokolle später einmal auf den Ports eines Netzwerkelements im RZ laufen sollen, wird Multiprotokoll zum Königsweg. Ein Beispiel für diese Ausrichtung ist QLogics neues Portfolio, bestehend aus Adaptern, dem Switch UA 5900 und einem iSR (Intelligent Storage Router). Alle Systeme können mit jedem der aktuellen und gängigen Protokolle genutzt werden. Ports werden durchgängig mit SFP-Modulen realisiert, was spätere Umwidmungen erleichtert.

FusionIO steckt seine schnellen Flash-Module direkt an den PCI-Bus (Bild: Ariane Rüdiger).
FusionIO steckt seine schnellen Flash-Module direkt an den PCI-Bus (Bild: Ariane Rüdiger).

Vereinfachten Schutz virtueller Maschinen offeriert Quantum mit der Sicherungslösung vmPro 4601, in die Technologie des Aufkaufs Pancetera integriert ist. Sie übernimmt Backup, Restore und Disaster Recovery in VMware-Umgebungen. 4 bis 12 TByte Speicherkapazität sind eingebaut. Die Lösung sorgt durch Panceteras Technologie dafür, dass die Sicherungskopien virtueller Maschinen durch Ausfiltern überflüssiger Daten nur ein Viertel des üblichen Platzes brauchen. Außerdem lassen sich einzelne Dateien aus virtuellen Maschinen rücksichern, ohne die gesamte virtuelle Maschine wieder aufzuspielen.

Flash allenthalben

Um die Datenmassen schneller zu handhaben, wird immer mehr Flashspeicher eingesetzt – ob nun allein oder in Kombination mit anderen Speichermedien. Einige Beispiele aus Frankfurt: Violin hat sich auf Datenbankbeschleunigung und Hochverfügbarkeit spezialisiert. Die Rack-tauglichen Boxen des Herstellers fassen 20 TByte SSD-Speicher. Die Speicherzellen lassen sich mittels eines patentierten Mechanismus beschreiben, ohne zuvor gelöscht zu werden. Violins SSD-Appliances hängen an einem verlängerten PCI-Bus und schaffen 250.000 Ein-/Ausgaben pro Sekunde. Ein Paar kostet 60.000 Euro.

Vikings SSD-Module werden in die freien DIMM–Steckplätze direkt im Server gesteckt. Das aktuelle Produkt, ArxCis-NV, verbindet DRAM, Flash-Speicher und einen Superkondensator zu einem USV-Ersatz. Bei Stromausfall liefert der Kondensator Strom, bis die Daten vom DRAM im Flash sind. Dort bleiben sie auf jeden Fall erhalten.

FusionIO verankert seine SSD-Module dagegen direkt in den PCI-Bus im Server. Mit der neuen IO Drive II Duo liefert der Hersteller 2,3 Tbyte NAND-Zellen ohne Redundanzfunktionen. Das Modul schafft laut Hersteller 900.000 Ein-/Ausgaben pro Sekunde.

Avere kombiniert in seinen FTX-Appliances RAM, SSD und SAS (Bild: Avere).
Avere kombiniert in seinen FTX-Appliances RAM, SSD und SAS (Bild: Avere).

Auch im NAS-Bereich werden SSDs wichtiger. Avere zum Beispiel kombiniert in den FTX-Appliances drei Speicherschichten: RAM, SSD und SAS. Mehrere Boxen lassen sich beliebig, auch geografisch verteilt, zu einem größeren System skalieren. Sie eröffnen den Zugriff auf NAS-Daten der angeschlossenen Festplattenspeicher über LAN- oder WAN-Verbindungen unabhängig von ihrem Speicherort. Ein globales Filesystem integriert alle Dateien in einen globalen Namensraum. Das Filesystems verteilt die Dateien nach ihren Eigenschaften (Struktur und Abfragehäufigkeit) auf die Speicherschichten der Cache-Appliances oder Archiv-Harddisks im Hintergrund.

Der Mittelstand wird „entdeckt“

Während Fujitsu mit der Eternus DX 8700 S2 (bis zu acht Controller und 3072 Festplatten) eine Neuerung fürs Highend präsentierte, versuchen viele Anbieter, die noch wenig angezapften Märkte im Mittelstand zu erobern.

So möchte Datacore mit seiner Star HA (High Availability) die begehrte, aber bisher teure Technik auch dem Mittelstand zugänglich machen. Dabei setzt der Hersteller auf eine sternförmige Struktur: Die Festplatten von bis zu 15 mit Microsoft Hyper-V virtualisierten und über iSCSI oder Fibre Channel angebundenen Hosts werden mit Ausnahme der Boot-Disk auf einem zentralen Server als wenig raumgreifende Point-in-Time-Snapshots repliziert. Fällt die eigentliche Festplatte aus, landen Anfragen auf dem zentralen Server und werden von dort beantwortet. Daten lassen sich über den zentralen Server auch an eine Disaster-Recovery-Site weiterleiten. Anwender brauchen ein Server- und einer der Zahl der Hosts entsprechende Menge Hostmodule sowie eine Fernverwaltungskonsole, die auch auf einer virtuellen Maschine laufen kann.

Imation hat sich mit einem ganzen Portfolio neuer Lösungen zurückgemeldet (Bild: Imation).
Imation hat sich mit einem ganzen Portfolio neuer Lösungen zurückgemeldet (Bild: Imation).

Gleich mit einem ganzen Portfolio neuer Lösungen meldet sich Imation zurück. Neben drei neuen LTO-Appliances wurden mit Infinivault 5, 35 und 70 drei Archivierungssysteme angekündigt, die bei der Speicherung unstrukturierter Daten helfen können. Sie speichern Kapazitäten zwischen 1,8 und 120 TByte und kosten zwischen 5000 und 50.000 Euro. Weiter bringt Imation die aus der Akquisition von Ironkey hervorgegangene Produktserie Dataguard. Sie umfasst die Modelle T5R (fünf RDX-Laufwerke), R4 und R16. Die Systeme verwenden RDX- oder 3,5-Zoll-Platten, die dazugekauft werden müssen. Zum mitgelieferten Softwareumfang gehören Verschlüsselung, Deduplizierung, Kompression und Snap-Kopien.

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