Analysten senken PC-Prognose wegen Festplatten-Lieferengpässen

Der PC-Markt soll im vierten Quartal nur um 4,3 Prozent statt um 7,2 Prozent zulegen. Barclays Capital reduziert seine Jahresprognose von 4,4 auf 3,4 Prozent. Die Lieferschwierigkeiten werden sich bis ins erste Vierteljahr 2012 hinziehen.

Festplatte von Western Digital

Barclays Capital hat seine Prognose für den weltweiten PC-Markt nach unten korrigiert. Im laufenden vierten Quartal soll der Markt statt um 7,2 Prozent nur noch um 4,3 Prozent zulegen. Grund dafür sind Lieferengpässe bei Festplatten als Folge der Flut in Thailand sowie eine anhaltend geringe Nachfrage, zitiert die China Post aus einem Bericht eines Analysten der Investmentbank.

Beide Faktoren sollen sich aber auch negativ auf die Schätzung für das Kalenderjahr 2011 auswirken. Gegenüber 2010 erziele die Branche nur noch ein Plus von 3,4 Prozent statt 4,4 Prozent. Die Probleme würden auch noch im ersten Quartal 2012 spürbar sein. Vorher könne man mit einer normalen Festplattenproduktion in Thailand nicht rechnen.

DigiTimes zufolge soll sich bei Herstellern aufgrund schrumpfender HDD-Bestände sogar „Panik“ breitmachen. Einige Unternehmen seien nicht mehr in der Lage, ihren Bedarf zu decken, was sie dazu zwinge, auf dem grauen Markt einzukaufen.

Das Hochwasser in Thailand betreffe aber nicht nur die dort ansässigen HDD-Hersteller wie Western Digital: Das japanische Unternehmen Nidec, das rund 70 Prozent aller in Festplatten verbauten Motoren liefere, produziere ebenfalls in dem Land. Es habe seine Produktionsanlagen inzwischen so weit heruntergefahren, dass es möglicherweise zwei Jahre brauche, um sich von der Flutkatastrophe zu erholen, so DigiTimes weiter.

Western Digital hatte im Oktober davor gewarnt, dass die Überflutung seiner Fabriken sowie Schäden bei Lieferanten und an der Infrastruktur des Landes erhebliche Auswirkungen haben werden. Der Einschätzung schloss sich auch Apple-CEO Tim Cook an. „Wie viele andere auch kaufen wir viele Komponenten in Thailand und haben mehrere Fabriken, die die Teile liefern“, sagte er jüngst bei der Vorstellung der Quartalszahlen seines Unternehmens. Er sei sich sicher, dass es branchenweit zu Lieferschwierigkeiten kommen werde.

DigiTimes schätzt, dass sich die Lieferengpässe kaum auf die Preise für Computer auswirken werden – zumindest nicht in der näheren Zukunft. Selbst ein Anstieg von 30 Dollar pro HDD werde die Kosten eines PCs nur um wenige Prozentpunkte nach oben treiben. Solid State Drives hingegen, wie sie in Ultrabooks zum Einsatz kommen, sind von den Folgen der Naturkatastrophe in Thailand nicht betroffen.

Themenseiten: Barclays Capital, Business, Marktforschung, Storage, Western Digital

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