Anonymous: Kampagne gegen Drogenbarone läuft noch

Die Hacker prüfen derzeit die gesammelten Daten. Angeblich liegen Beweise für eine Verwicklung eines US-Staatsanwalts vor. Experten befürchten Gewalt gegen mutmaßliche Zetas-Mitglieder und auch gegen Unterstützer von Anonymous.

Ein Sprecher von Anonymous hat in einem Youtube-Video bestätigt, dass die vor Kurzem angekündigte Kampagne „OpCartel“ gegen das mexikanische Drogenkartell „Zetas“ andauert. Er widerspricht damit anderen Anonymous-Mitgliedern, die der mexikanischen Zeitung Milenio gesagt haben sollen, die Aktion sei wegen Sicherheitsbedenken abgesagt worden.

Barrett Brown, der auch schon bei früheren Operationen der Hacker als Sprecher aufgetreten war, sagte ZDNet, dass Teile von Anonymous in Mexiko dafür gestimmt hätten, die Kampagne wiederzubeleben. Es sei wichtig, die Pläne umzusetzen. Brown selber helfe bei der Durchsicht der Informationen über mutmaßliche Angehörige der Verbrecherorganisation. Die Daten würden aber nicht wie zuvor angekündigt am kommenden Samstag veröffentlicht, da mehr Zeit für deren Prüfung benötigt werde.

Die Identität des Anonymous-Mitglieds, das angeblich in Mexiko vom Zetas-Kartell entführt wurde, wollte Brown nicht preisgeben, um dessen Familie und Freunde zu schützen. Er sei sich aber sicher, dass die Berichte über die Entführung wahr seien. Um seine eigene Sicherheit mache er sich hingegen keine Sorgen. „Schon aus Prinzip sollte ich nicht befürchten, dass ich wegen der Veröffentlichung der Informationen von mexikanischen Killern ermordet werde.“

OpCartel sei kontrovers, da in diesem Fall möglicherweise Leben von den veröffentlichten Daten abhingen, so Brown weiter. Deshalb arbeite er mit anderen daran, die Genauigkeit der Informationen detailliert zu prüfen. Unter anderem lägen Beweise für eine Verbindung zwischen einem US-Staatsanwalt und dem Drogenkartell vor.

Der US-Nachrichtendienst Stratfor befürchtet, dass die Veröffentlichung der Daten von angeblichen Zetas-Mitgliedern zu Todesopfern führen wird. Gefahr bestehe aber nicht nur für die mutmaßlichen Verbrecher, sondern auch für die Hacker, da in der Vergangenheit auch Onlinejournalisten und Blogger das Ziel von Vergeltungsmaßnahmen gewesen seien. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht nennt Stratfor vier Betreiber von Blogs, die sich kritisch über Drogenkartelle geäußert hätten und deswegen angegriffen worden seien. Die Leichen von zwei Bloggern seien als Warnung an einer Brücke in Nuevo Laredo im Nordwesten Mexikos aufgehängt worden.

Anonymous richtet sich normalerweise gegen Firmen, Regierungs- und Polizeibehörden. Zuletzt nahmen die Hacker auch Websites in Visier, die Kinderpornografie verbreitet haben sollen. Aber nie zuvor war die Gefahr, dass eine ihrer Aktionen in Gewalt mündet, so hoch wie bei der Kampagne gegen das Drogenkartell Zetas.

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