Nokia bestellt Chips für Windows-Smartphones bei ST-Ericsson

Damit sind die Finnen nicht mehr von Qualcomm als Chipproduzenten abhängig. Die NovaThor-Plattform soll auch günstige Preise ermöglichen. Das Joint Venture von STMicro und Ericsson hatte schon Prozessoren für Symbian-Handys geliefert.

Nokia hat bei ST-Ericsson Halbleiter für Smartphone-Modelle mit Windows Phone 8 bestellt. Damit ist es nicht länger von Qualcomm als einzigem Zulieferer abhängig. Hauptsächlich geht es Nokia um das System-on-a-Chip (SoC) mit dem Namen NovaThor, das laut einem Bericht von Dow Jones in künftigen Modellen mit Microsoft-Betriebssystem Verwendung finden soll.

„Wir freuen uns, dass uns Nokia als wichtigen Partner für seine Windows-Smartphones gewählt hat. Schließlich ist es unser Ziel, in allen Bereichen und bei allen großen Betriebssystemen aktiv zu sein“, wird ST-Ericsson-Chef Gilles Delfassy in einer Pressemeldung zitiert. „Unsere NovaThor-Plattformen sind zunehmend beliebt, da sie unseren Kunden den Bau großartiger Smartphones ermöglichen.“

Logo von Nokia

Es gilt als wahrscheinlich, dass Windows-Phone-8-Modelle mit NovaThor preisgünstiger sein werden als die ersten vorgestellten Windows-Phone-7.5-Geräte Lumia 800 und Lumia 710. Von ihnen ist nur das Lumia 800 für europäische Märkte – darunter den deutschen – vorgesehen. Die Preisempfehlung ohne Subventionen wird rund 500 Euro betragen, wenn es ab 16. November ausgeliefert wird.

NovaThor basiert wie Qualcomms Plattform Snapdragon auf den Designs von ARM. Beim Mobile World Congress im Februar hatte ST-Ericsson seine Entwicklung erstmals öffentlich gemacht. Nova steht dabei für den Prozessorteil, Thor für das integrierte Mobilfunkmodem.

Qualcomm dominiert das Segment der Windows-Smartphones bisher; für ST-Ericsson ist es einer der ersten großen Aufträge. Bisher setzt etwa HTC NovaThor in seiner Variante des Modells Sensation für den chinesischen Markt ein. Auch der taiwanische Auftragsfertiger Quanta nutzt NovaThor – und zwar in einem Tablet mit LTE. Nokia und ST-Ericsson hatten schon bei Symbian-Handys kooperiert.

Das Joint Venture von STMicro und Ericsson war 2009 gegründet worden. Es arbeitet bisher nicht profitabel.

Themenseiten: Business, Handy, Hardware, Kommunikation, Mobile, Nokia, Prozessoren, Qualcomm, Smartphone, Telekommunikation

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