Microsoft wird Hadoop-Distributor

Die Big-Data-Lösung erlaubt die Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen mit Clustern. Hadoop ist ein Open-Source-Projekt der Apache Software Foundation. Microsoft will seine Distribution für Windows Server und Azure anbieten.

Logo von Hadoop

Microsoft will für Windows Server und Azure eine eigene Distribution von Hadoop anbieten, einem Framework zur Ausführung verteilter Prozesse, das die Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen ermöglicht. Hadoop ist ein in Java geschriebenes Open-Source-Projekt der Apache Software Foundation, das insbesondere von Yahoo und Google gefördert wurde. Zu den Hadoop-Nutzern gehören unter anderem Facebook, Baidu, AOL, Dell, IBM und Oracle.

Um die Absicht umzusetzen, arbeitet Microsoft mit dem von Yahoo ausgegliederten Hortonworks zusammen. Yahoo hatte das Framework 2005 entwickelt, nachdem Google in einem Whitepaper Einzelheiten über seinen Algorithmus MapReduce und das Google-Dateisystem preisgab. Auf dieser Grundlage arbeitete Yahoo seither mit der quelloffenen Technologie und gliederte die Hadoop-Entwicklung im Juni dieses Jahres in das neue Unternehmen Hortonworks aus.

Ted Kummert, Corporate Vice President bei Microsoft, gab die Pläne beim SQL Pass Summit bekannt: „Die nächste Herausforderung besteht darin, das Potenzial der Cloud mit dem Potenzial der Daten zu verbinden, um zu Ergebnissen zu kommen, wie sie vor ein paar Jahren einfach nicht möglich waren. Microsoft engagiert sich dafür, das für jede Organisation möglich zu machen, und beginnt mit SQL Server 2012.“

Neben Hortonworks sind etliche weitere Unternehmen mit der Hadoop-Entwicklung beschäftigt. Cloudera arbeitet an einer eigenen Distribution und hat sich im August mit Dell zusammengetan. In diesem Zusammenhang wurde jedoch gar nicht Microsofts eigenes Dryad erwähnt, ein Framework ähnlich Hadoop, das auf Microsofts Cosmos-Technologie aufbaut.

James Hamilton, ein bekannter Entwickler für Amazon Web Services, findet Microsofts Pläne erstaunlich, wie er in einem Blogeintrag verrät: „Es ist überraschend, dass Microsoft MapReduce auf Open-Source-Grundlage anbieten will, statt auf die intern entwickelte und umfangreich genutzte Cosmos-Plattform zu bauen. Aber noch überraschender ist, dass sie an die Open-Source-Community Beiträge zurückgeben wollen.“

Themenseiten: Big Data, Business, Cloud-Computing, Hadoop, Microsoft, Open Source, Software

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