Hulu steht nicht mehr zum Verkauf

Stattdessen wollen die Eigner den Videostreaming-Dienst selbst "zu noch größerem Erfolg führen". Zu den Interessenten sollen Yahoo, Google, Amazon, Apple und Microsoft gehört haben. Die Angebote reichten von 0,5 bis 2 Milliarden Dollar.

Logo von Hulu

Die Eigner des Videostreaming-Diensts Hulu haben entschieden, den laufenden Verkaufsprozess zu stoppen. „Weil Hulu einen einzigartigen und entscheidenden strategischen Wert für jeden seiner Besitzer hat, haben wir alle Übernahmegespräche abgebrochen. Wir wollen weiter daran arbeiten, einen Weg auszuarbeiten, wie wir es zu noch größerem Erfolg führen können“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Walt Disney, News Corp, Comcast und der Investmentgesellschaft Providence Equity Partners.

Die Ankündigung beendet jegliche Übernahmespekulationen. Ende August hatte das Wall Street Journal berichtet, dass außer Yahoo auch Amazon, Google und DirecTV an Hulu interessiert seien. Abhängig von Inhalten und Lizenzrechten wollten sie angeblich zwischen 500 Millionen und 2 Milliarden Dollar für den Videodienst zahlen.

Erste Spekulationen über einen Verkauf von Hulu waren im Juni aufgekommen. Als erstes soll Yahoo Interesse gezeigt haben. Daraufhin habe der Hulu-Verwaltungsrat Investmentbanken zu Rate gezogen, die bei der Abwicklung des Verkaufs an den Höchstbietenden helfen sollten. Gleichzeitig warb das Unternehmen um mögliche Käufer aus den Bereichen Media, Technik und Kommunikation. Im Juli tauchten dann Berichte auf, dass Google zu den Interessenten gehöre. Ähnliche Meldungen gab es auch über Apple und Microsoft. Letzteres soll die Verhandlungen jedoch schon früher abgebrochen haben.

Ein Problem für alle Bieter war bereits im Vorfeld, dass Hulus Anteilseigner wie NBC Universal, Fox Network und ABC sich dagegen sträuben, ihre Inhalte schnellstmöglich auch im Internet anzubieten. Nach Verhandlungen einigten sich Hulu und die Fernsehsender darauf, dass der Videodienst Filme und Serien erst acht Tage nach der Fernsehausstrahlung anbietet, statt wie zuvor am nächsten Tag. Hulu-CEO Jason Killar kritisierte die TV-Bosse dafür und warf ihnen vor, dass sie nicht akzeptieren wollten, dass Nutzer heutzutage anders auf Inhalte zugreifen möchten. Diese Einstellung schade ihren eigenen Unternehmen.

Den Quellen des Wall Street Journals zufolge war von vornherein nicht sicher, dass Hulu überhaupt verkauft wird. Der Aufsichtsrat, der sich bis zuletzt nicht einig war, ob man tatsächlich verkaufen wolle, hätte ohnehin jeden Deal verhindern können.

Mit fünfjährigen Exklusivrechten soll Hulu für Yahoo zwei Milliarden Dollar wert gewesen sein (Screenshot: ZDNet).
Mit fünfjährigen Exklusivrechten soll Hulu für Yahoo zwei Milliarden Dollar wert gewesen sein (Screenshot: ZDNet).

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