Spendenaktion soll OpenOffice am Leben erhalten

Sie beginnt am 13. Oktober. Das Team OpenOffice.org will die Unabhängigkeit des Projekts sichern, indem professionelle Entwickler bezahlt werden. Mittelfristig sollen neue Wege beschritten und nicht nur Microsoft Office kopiert werden.

Am 13. Oktober startet eine Spendenkampagne für OpenOffice.org. Mit den Einnahmen wollen die bei OpenOffice.org Aktiven die Open-Source-Software zunächst unter der Leitung eines Vereins fortführen und die Weiterentwicklung der dazugehörenden Programme sowie die Nutzerbetreuung finanzieren. Der Schritt ist nach dem Rückzug des früheren Hauptsponsors Oracle im Sommer erforderlich.

„Natürlich war es ein Schock für uns alle, als Oracle bekannt gab, dass man uns nicht weiter unterstützt. Aber uns war sofort klar: OpenOffice.org darf nicht
sterben“, sagt Stefan Taxhet, Vorstand des Team OpenOffice.org e.V..

Nach Ansicht von Martin Hollmichel von Team OpenOffice.org könnte sich für Nutzer und das Team das Ende des Oracle-Engagements sogar als Glücksfall erweisen. „Wir werden die Interessen von normalen und auch institutionellen Nutzern in einer Weise bündeln, sodass eben diese Nutzer endlich ein Sprachrohr zur Weiterentwicklung haben. Das war in der Vergangenheit mit den großen Sponsoren – Sun, Oracle, IBM, Novell und anderen – schwer zu verwirklichen.“

Das Team OpenOffice.org will in Zukunft als wichtiger Sponsor von OpenOffice.org auftreten und so eine Balance zwischen User und potenziellen Partnern sowie den Konzernen – insbesondere IBM, Novell und Red Hat – herstellen.

Gleichzeitig appelliert das Team OpenOffice.org auch an an die hinter LibreOffice stehende The Document Foundation, nicht die Unterschiede zu OpenOffice.org zu betonen, sondern vielmehr die Chance zur Codezusammenführung zu nutzen. „Mit dem Willen zur Zusammenarbeit wäre eine Zusammenführung des Sourcecodes sehr wohl noch in wenigen Wochen machbar“, so Hollmichel. „Genauso möchten wir der Apache Software Foundation nahelegen, dass es sich bei OpenOffice.org um ein Endbenutzerprodukt handelt, das als solches auch so behandelt werden muss.“

Hollmichel bekräftigt in einer Mitteilung, dass die Software OpenOffice auch in Zukunft kostenfrei und für Desktopnutzer immer ein Open-Source-Produkt bleiben werde. Dass es an Popularität nichts verloren habe, belegten durchschnittlich 1,5 Millionen Downloads pro Woche. Mit dem eingesammelten Geld sollen vor allem professionelle Entwickler bezahlt werden – möglichst viele davon aus dem ehemaligen Team. Ihre Aufgabe wird es sein, Nutzeranregungen aufzugreifen und sich künftig weniger an Microsoft Office zu orientieren.

Das Team OpenOffice.org e.V. ist ein eingetragener deutscher Verein, der seit 2003 als Plattform für das Tagesgeschäft rund um die Open-Source-Software OpenOffice.org dient. Er hat sich auch früher schon um die Beschaffung und Verwaltung finanzieller Mittel gekümmert. Spenden nimmt der Verein online via Kreditkarte oder Paypal entgegen. Auf der Website findet sich zudem eine Kontonummer. Eine eigens eingerichtete Fanpage bei Facebook soll der Verbreitung des Spendenaufrufs dienen.

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1 Kommentar zu Spendenaktion soll OpenOffice am Leben erhalten

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  • Am 14. Oktober 2011 um 14:11 von Andy

    Wozu?
    Der Aufruf zum Download der Suite in Version 3.3 ist ein Witz:
    1. Nicht mehr aktuell
    2. Zahlreiche Sicherheitslücken

    Man sollte sein Geld lieber der Document Foundation geben. Die kümmern sich um LibreOffice, welches aktueller ist und inzwischen zahlreiche Sicherheitslücken schließt.
    Jedenfalls ich würde diesem komischen Verein, von dem ich noch nie etwas gehört habe, keinen Pfennig geben. Der eigentliche deutsche OpenOffice Verein hieß nämlich OpenOffice.org Deutschland e.V. und heißt nun Freies Office Deutschland e.V.

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