Angebliches Versehen: HP verschickt TouchPads mit Android

Eine interne Überprüfung läuft. Der Konzern vermutet einen Einzeltäter, der gegen alle Richtlinien vorgegangen ist. Gegen Portierungen hat er an sich nichts: "Es ist Ihr Gerät - Sie können damit tun, was Sie möchten."

HP TouchPad (Collage: ZDNet)
Restexemplare des HP TouchPad wurden mit Android 2.2 ausgeliefert (Collage: ZDNet).

Hewlett-Packard hat einige Restexemplare des WebOS-Tablets TouchPad mit vorinstalliertem Android 2.2 verschickt. Dem Hersteller zufolge handelt es sich um ein Versehen, das man nun untersuchen werde. Das Gerät wird nominell mit WebOS 3.0 ausgeliefert. Gruppen von Freiwilligen arbeiten allerdings an Android-Portierungen.

Eine Reihe von Anwendern berichtet, dass ihr Gerät mit Android geliefert worden sei. HP nimmt diese Fälle ernst genug, um mit einer Pressemeldung zu reagieren. Darin schreibt der für Open-Source-Software zuständige Manager Phil Robb: „Wir haben eine Untersuchung veranlasst und bestätigt bekommen, dass HP nie die Verteilung irgendeiner Version von Android auf dem TouchPad autorisiert hat. Aufgrund einer Prüfung des Herstellungsprozesses glauben wir, dass alle Geräte mit WebOS ausgeliefert wurden und keines mit Android – auch nicht aus Versehen.“

Deswegen müssten eine oder mehrere Einzelpersonen für diese Fälle verantwortlich sein, schreibt Robb: „Wir glauben also, dass ein Unbekannter oder mehrere Unbekannte die Auslieferung dieser Android-basierten Geräte veranlasst haben – gegen alle Richtlinien und den ausdrücklichen Willen von HP.“

Trotz dieser strengen Worte hat HP nichts dagegen, wenn Anwender ihr TouchPad selbst mit Android bespielen. Auch für die Programmierer findet Robb anerkennende Worte. „Wir applaudieren allen, die an einer Portierung von Android auf das TouchPad arbeiten. HP setzt sich sehr für die Freiheiten von Entwicklern und Technikbegeisterten ein. Es ist Ihr Gerät – Sie können damit tun, was Sie möchten.“

Das Ende des TouchPad war im August bekannt gegeben worden. Seither kommt das Tablet nicht zur Ruhe. Im Abverkauf zu Preisen ab 99 Dollar wurde es zum dritten Bestseller auf dem Tablet-Markt nach Apples iPad und iPad 2. Anschließend sorgten die Android-Portierungen für Aufsehen. HP entdeckte das Marketing und verschenkte Anwendungen an die Kunden. Auch eine weitere Charge wurde produziert, und immer wieder tauchten Restexemplare in den Lagern und Onlineshops auf. Zuletzt erstaunte HP die Tablet-Interessenten mit einer Preiserhöhung in seinem Onlineshop – sehr ungewöhnlich für ein Produkt, das keine Zukunft hat.

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