Microsoft Security Essentials stuft Chrome versehentlich als Malware ein

Grund ist ein fehlerhaftes Definitionsupdate für die Antivirensoftware. Es identifiziert den Google-Browser als vermeintliche Variante des Trojaners Zeus. In einigen Fällen wird Chrome dadurch unbrauchbar.

Microsoft hat seine Sicherheitsanwendungen Security Essentials, Forefront und Defender aktualisiert. Die Programme stuften nach einem am Freitag ausgelieferten Definitionsupdate Googles Chrome irrtümlicherweise als Variante des Banking-Trojaners Zeus ein. Als Folge konnten einige Anwender den Browser nicht mehr nutzen.

„Am 30. September hat eine fehlerhafte Erkennung von PWS:Win32&/Zbot dazu geführt, dass Google Chrome versehentlich blockiert und in einigen Fällen gelöscht wurde“, heißt es in einer Sicherheitsmeldung des Softwarekonzerns. „Innerhalb weniger Stunden veröffentlichte Microsoft ein Update, das das Problem behebt.“

Microsoft zufolge läuft Security Essentials auf Millionen von Rechnern. Chrome hat einen Anteil am Browsermarkt von mehr als 16 Prozent. Ursprünglich hatte Microsoft angegeben, das Problem habe rund 3000 Nutzer betroffen. Am Montag teilte ein Sprecher ZDNet mit, diese Zahl müsse wohl korrigiert werden.

Nutzer müssen ihre Sicherheitssoftware von Microsoft manuell aktualisieren. Die neuen Definitionen sind im Malware Protection Center erhältlich. Sie sind Bestandteil des Signaturupdates 1.113.672.0 oder höher.

Google hat ebenfalls auf das Problem reagiert und bietet im Stable- und Beta-Channel eine neue Version seines Browsers an. „Die Updates sollten Chrome-Installationen reparieren, die durch den Fehler von Microsoft Security Essentials beschädigt wurden“, schreibt Chrome Program Manager Jason Kersey in einem Blogeintrag. Im Chrome-Blog gibt es auch eine detaillierte Anleitung zur Aktualisierung von Microsoft Security Essentials.

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Stefan Beiersmann, Tom Espiner
Autor: Stefan Beiersmann, Tom Espiner
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