US-Justiz weitet Untersuchung des Google-Motorola-Deals aus

In einer sogenannten "zweiten Anfrage" fordert sie mehr Informationen zu der Übernahme. Google nennt das Vorgehen des Justizministeriums "reine Routine". Motorola Mobility hält an einem Abschluss der Transaktion spätestens Anfang 2012 fest.

Logos von Google und Motorola

Google hat eine sogenannte „zweite Anfrage“ des US-Justizministeriums zur geplanten 12,5-Milliarden-Dollar-Übernahme von Motorola Mobility erhalten. Der Suchriese soll weitere Informationen liefern, die die Kartellwächter für ihre Untersuchung benötigen, teilt das Unternehmen in einem Blogeintrag mit.

„Auch wenn das bedeutet, dass wir das Geschäft nicht sofort abschließen können, sind wir davon überzeugt, dass das Department of Justice feststellen wird, dass das schnell wachsende mobile Ökosystem auch nach Abschluss der Transaktion sehr konkurrenzbetont sein wird“, schreibt Senior Vice President Dennis Woodside. Google werde eng mit der US-Justiz zusammenarbeiten, während sie ihre Ermittlungen fortsetze.

Die Ausweitung der Untersuchung kann möglicherweise zu Verzögerungen oder auch Komplikationen führen. Woodside zufolge ist die zweite Anfrage jedoch „reine Routine“. Bei der inzwischen abgesegneten Übernahme von ITA Software durch Google sei das Ministerium genauso vorgegangen. Allerdings erließen die Kartellwächter damals einige Auflagen. Unter anderem muss Google über einen Zeitraum von fünf Jahren alle Beschwerden von Mitbewerbern über deren Such-Ranking gegenüber der Behörde offenlegen.

Motorola bestätigt in bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen, dass es ebenfalls eine zweite Anfrage erhalten hat. Man beabsichtige, mit dem Justizministerium zusammenzuarbeiten und prompt zu antworten. „Derzeit erwarten wird, dass die Transaktion Ende 2011 oder Anfang 2012 abgeschlossen wird.“

Das Department of Justice ist nicht die einzige US-Behörde, die sich für Googles Geschäfte interessiert. Die Federal Trade Commission untersucht seit Juni Googles Position im Suchmarkt auf einen möglichen Missbrauch seiner dominanten Stellung. Berichten zufolge ist auch Googles Mobilbetriebssystem Android Bestandteil der Ermittlungen. Zudem musste in der vergangenen Woche Executive Chairman Eric Schmidt einem Ausschuss des US-Senats Fragen zu Googles Geschäftspraktiken beantworten.

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