Sony-CEO: „Weg mit der Ruderboot-Mentalität“

Howard Stringer räumt Versäumnisse seines Unternehmens ein. Gerade zuvor erfolgreiche Firmen reagieren seiner Ansicht nach häufig zu langsam auf den technologischen Wandel. Er hofft auf neue Produkte wie das Tablet S.

Sony-CEO Howard Stringer auf der IFA 2011 (Bild: CNET.com).
Sony-CEO Howard Stringer auf der IFA 2011 (Bild: CNET.com).

Bei einer von IBM veranstalteten Strategiekonferenz für Führungskräfte hat Sony-CEO Howard Stringer über die Schwierigkeiten gesprochen, ein früher erfolgreiches Unternehmen auf einen neuen Kurs zu bringen. „Alle großen Unternehmen haben eine Ruderboot-Mentalität“, erklärte er bei der Konferenz THINK in New York. „Man rudert hart, schaut aber dauernd nach hinten in die Vergangenheit.“

Es sei für ehemals erfolgreiche Unternehmen schwer, der Versuchung zu widerstehen, ihre Geschichte immer wieder erneut zu durchleben, während sie versuchen, neue Geschäftsbereiche für die Zukunft schaffen. Stringer bezog sich nicht zuletzt auf sein eigenes Unternehmen: Er gab ausdrücklich zu, dass Sony – obwohl es mit dem Walkman praktisch den ersten tragbaren Mediaplayer erfand – sich nur langsam an das digitale Zeitalter anzupassen vermochte.

Das hat dazu geführt, dass das Unternehmen immer wieder den technologischen Wandel verpasste, sich das Ergebnis unter dem Strich verringerte – und Sony von Konkurrenten wie Apple überrundet wurde. „Wir fühlten uns als analoges Unternehmen, das Boxen herstellte, sehr wohl“, räumte Stringer ein. „Dann mussten wir das Unternehmen verändern und eine digitale horizontale Plattform errichten.“

In seinen sechs Jahren als CEO hat Stringer in der Gegenwart zu leben versucht und Schritte nach vorn getan. Er sparte Kosten ein und stimmte die Geschäftsbereiche besser aufeinander ab, stellte obsolete Produkte wie den Walkman ein, der eine Generation zuvor die Musikerfahrung geprägt hatte. Sony produziert auch längst nicht mehr alle Produkte selbst, sondern arbeitet zunehmend mit Auftragsfertigern zusammen, um sich stärker auf Forschung und Entwicklung konzentrieren zu können.

Es habe aber einige Zeit gebraucht, die Wende zu schaffen, erklärte Stringer: „Nicht wegen des Widerstands gegen Veränderungen, sondern weil es Rezessionen, Erdbeben und Tsunamis gab, die uns aufgehalten haben.“ Für die Zukunft gibt sich der Sony-Chef optimistisch und hofft insbesondere auf neue Produkte wie das Tablet S, das gegen Apples iPad antritt. Tatsächlich erhielt es von ersten Testern reichlich Lob, muss aber noch beweisen, dass es sich im Markt wirklich von der großen Zahl konkurrierender Tablets abhebt.

Stringer zufolge ist Sony jedoch auf dem richtigen Weg: „Wir arbeiten hart und vermeiden, in unserer Vergangenheit zu leben. Und beweisen werden es diejenigen, die sich in die Läden drängen, um unser neues Tablet zu kaufen.“

Themenseiten: Business, IT-Jobs, Messen, Mobile, Sony Europe Limited; Zweigniederlassung Deutschland, Tablet

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