Gartner: Google Mail ist mittlerweile eine gute Alternative zu Microsoft Exchange

Die Analysten sehen GooglesDienst als "etabliert" an. Er macht fast die Hälfte des Marks für E-Mail in der Cloud aus. Konkurrenten wie Novell GroupWise und IBM Lotus Notes/Domino haben Gartner zufolge an Durchschlagskraft verloren.

Google Web Apps

Google Mail hat sich zu einer guten Alternative zu Microsoft Exchange Online entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommen Analysten von Gartner. „Der Weg zur Erleuchtung im geschäftlichen Umfeld war lang und steinig, aber Google Mail sollte jetzt als etablierter Anbieter von E-Mail in der Cloud betrachtet werden“, erklärt Matthew Cain, Vizepräsident für Forschung bei Gartner.

„Während Googles Anteil im Enterprise-E-Mail-Markt derzeit bei rund 1 Prozent herumdümpelt, hält es fast die Hälfte der Anteile im Markt für Enterprise-Cloud-E-Mail“, sagte Cain. E-Mail in der Cloud stecke noch in den Kinderschuhen; es mache derzeit lediglich 3 bis 4 Prozent des Markts aus. Gartner geht jedoch davon aus, dass der Anteil bis Ende 2016 auf 20 Prozent und bis 2020 auf 55 Prozent steigen wird.

Google verkauft seinen E-Mail-Dienst seit rund fünf Jahren an Unternehmen. Gartner zufolge ist Google Mail das einzige Mail-System, das sich in den vergangenen Jahren neben Microsoft Exchange behaupten konnte. „Konkurrenten wie Novell GroupWise und IBM Lotus Notes/Domino haben an Durchschlagskraft verloren, Cisco hat seinen Cloud-E-Mail-Versuch zu Grabe getragen und VMwares Zimbra konzentriert sich erst jetzt langsam auf den Business-Bereich“, schreiben die Analysten.

Obwohl Google seinen Dienst für Geschäfskunden weiterentwickelt hat, liegt der Fokus Cain zufolge auf Privatanwendern. Insbesondere Finanzunternehmen und Konzerne mit komplexen Anforderungen hätten von einem Widerwillen seitens des Suchanbieters berichtet, neue Features für eine kleinere Nutzerzahl einzuführen. Ein Beispiel sei eine Überwachungsfunktion, die Banken benötigten, die meisten jedoch nicht wollten. Zudem habe Google bei Themen wie Sicherheit und Compliance nicht immer die nötige Transparenz walten lassen.

Google hat seinen E-Mail-Dienst in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Im Januar hatte es etwa die Authentifizierung von ausgehenden E-Mails erleichtert. Im Februar erweiterte es die mobile Webversion von Mail um eine Priority Inbox. Sie stuft eingehende Nachrichten automatisch nach Wichtigkeit ein.

Im Mai fügte Google eine Funktion namens „People Widget“ zu Mail hinzu. Es zeigt Inhalte an, die man mit einem bestimmten Kontakt im Adressbuch geteilt hat. Damit bekommen Mail-Anwender eine einfache Kontaktverwaltung, wie man sie – um einiges ausgefeilter – von Customer-Relationship-Management-Programmen (CRM) kennt. People Widget ist eine Zusatzfunktion, die der Anwender über die Einstellungen von Google Mail aktiviert.

Seit Anfang Juli testet Google ein neues Design für sein E-Mail-Programm. Die Änderungen betreffen praktisch alle Elemente, angefangen bei der „E-Mail schreiben“-Schaltfläche bis hin zu den Navigationskontrollen. Die neue Aufmachung orientiert sich an der kürzlich umgestalteten Homepage des Suchanbieters. So findet sich beispielsweise der schwarze Navigationsbalken wieder. Den grauen „E-Mail schreiben“-Knopf hat Google durch einen größeren, roten Button ersetzt.

Anfang September reaktivierte Google die Offline-Funktion von Google Mail – diesmal via HTML 5. Zuvor waren Anwender für die Offline-Nutzung von Googles Clouddiensten auf das Chrome-Plug-in Gears angewiesen, dessen Entwicklung der Suchanbieter aber Mitte März 2011 eingestellt hatte. Google Mail war Ende Mai 2011 der letzte Dienst, den Google von Gears auf HTML 5 umstellte.

Themenseiten: Business, Cloud-Computing, E-Mail, Gartner, Google, Kommunikation, Marktforschung, Microsoft, Software

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1 Kommentar zu Gartner: Google Mail ist mittlerweile eine gute Alternative zu Microsoft Exchange

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  • Am 17. September 2011 um 12:16 von Stefan

    Schreibfehler?
    „Anteil bis Ende 2016 auf 20 Prozent und bis _2010_ auf 55 Prozent steigen wird.“

    Antwort: Danke. Es muss 2020 heißen.

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