HP muss Frist für milliardenschwere Autonomy-Übernahme verlängern

Die erste war am 12. September abgelaufen. Bis dahin haben dem Angebot jedoch nur 41,6 Prozent der Anleger zugestimmt. Der gebotene Betrag von 11,2 Milliarden Dollar liegt rund 80 Prozent über dem letzten Schlusskurs.

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Hewlett-Packard hat die Ankaufsfrist für Autonomy-Aktien bis zum 3. Oktober verlängert (PDF). Obwohl das am 18. August unterbreitete Angebot in Höhe von 11,2 Milliarden Dollar einem Aufschlag von fast 80 Prozent auf den Autonomy-Kurs entspricht, konnte es bis zum ursprünglich gesetzten Termin am 12. September nur 41,6 Prozent der Anleger überzeugen.

Der Kauf des auf Enterprise-Software spezialisierten britischen Unternehmens Autonomy soll HP CEO Léo Apotheker zufolge zu höheren Margen verhelfen. Die HP-Anleger sahen das bei Bekanntwerden des Übernahmeangebots kritisch: Ihnen schien der Preis, der rund das Zehnfache des Autonomy-Jahresumsatzes beträgt, zu hoch zu sein.

Zahlreiche Autonomy-Aktionäre hoffen wohl auf einen Bieterwettstreit. Schließlich hat HP bei der Bekanntgabe der Übernahme ausführlich dargelegt, wie strategisch bedeutsam die Akquistion für den Konzern ist – sowohl für die Cloud-Strategie als auch die Ambitionen im Umfeld analytischer Anwendungen. Bisher sind jedoch keine Wettbewerbsgebote bekannt geworden. James Crawshaw, Analyst bei Standard & Poor’s, hält solche gegenüber Reuters aber für unwahrscheinlich.

Angesichts der beträchlichen Summe kämen als Bieter wahrscheinlich nur EMC, IBM, Oracle, Microsoft oder SAP in Frage. Zweifelhaft ist jedoch, inwieweit Autonomy technologisch zu diesen Firmen passen würde. Für HP dagegen, dass sich zunehmend als Unternehmen sieht, das sich mit dem Management von Informationen befasst, ist Autonomy äußert wichtig. Schließlich muss es in dieser Position Antworten auf die stark wachsenden Datenmengen in den großen Konzernen liefern – und auf den steigenden Bedarf reagieren, diese Daten zu analysieren und zur Entscheidungsunterstützung heranzuziehen.

Entsprechende Angebote zu liefern hat Apotheker im Frühjahr auch als Strategie ausgegeben. Früheren Schritten in diese Richtung war kein großer Erfolg bescheiden: Beispielsweise wurde die Business-Intelligence-Plattform Neoview im Janaur 2011 wieder aufgegeben. Die im Markt als überteuert und zu komplex empfundene Lösung konnte sich gegen vergleichbare Angebote von EMC (seit der Übernahme von Greenplum), IBM und Oracle sowie dem von IBM übernommenem Start-up Netezza nicht durchsetzen. SAP, bei der Einführung von Neoview Technologiepartner von HP, hat mit der HANA-Appliance 2010 ein eigenes Produkt vorgestellt.

Themenseiten: Business, Cloud-Computing, HP, Übernahmen

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