Analyst: T-Mobile USA droht Aufspaltung

MetroPCS, Leap Wireless und US Cellular haben anscheinend großes Interesse, sich in den Markt einzukaufen. AT&T könnte T-Mobile auch gemeinsam mit Wettbewerbsbehörden aufteilen, um so die Zustimmung für den Kauf zu erhalten.

Logo von AT&T und Logo von T-Mobile

Sollte die Übernahme seitens AT&T platzen, droht T-Mobile USA die Aufspaltung. Davon geht Analyst Michael Nelson von Mizuho Securities aus. Unternehmen wie MetroPCS, Leap Wireless und US Cellular hätten großes Interesse daran, neue Märkte zu erschließen. AT&T könnte T-Mobile auch in Übereinkunft mit den Regulationsbehörden aufteilen, um deren Zustimmung für den Kauf zu erhalten, schätzt Nelson.

„Unsere Analyse weist darauf hin, dass MetroPCS, Leap und US Cellular ein signifikantes Interesse daran haben, sich in Märkte einzukaufen, an denen AT&T und T-Mobile große Anteile besitzen“, schreibt Nelson in seinem Bericht. Zwar sei die Übernahme noch nicht vom Tisch, aber mittlerweile deutlich weniger wahrscheinlich.

Die Deutsche Telekom hatte ihre US-Tochter Ende März an AT&T verkauft. Schnell regten sich Zweifel bei US-Behörden: Vertreter von AT&T und T-Mobile USA mussten Mitte Mai vor einem Justizausschuss aussagen. Sie wiesen die Kritik des Senats zurück, durch die geplante Fusion entstünde ein Duopol im US-Mobilfunkmarkt – Verizon wäre der zweite Großanbieter. Zugleich verwiesen die Provider auf eine effektivere Ausnutzung der bestehenden Netzinfrastruktur.

T-Mobile musste Mitte Juni auch gegenüber der Kommunikationsbehörde FCC Stellung beziehen. Sollte AT&T für die geplante Übernahme nicht die Zustimmung der US-Regulierungsbehörden erhalten, muss der US-Provider dem Mutterunternehmen Deutsche Telekom eine Entschädigung zahlen – laut Reuters beläuft sich die Gesamtsumme auf 6 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro). Die Hälfte, also 3 Milliarden Dollar, müsste AT&T demnach in bar überweisen.

Ende Juli startete das US-Justizministerium einen Versuch, AT&Ts Übernahme der amerikanischen Telekom-Tochter mittels einer Klage aufzuhalten. Das Geschäft würde zu einem „substanziell geringeren Wettbewerb“ in der Mobilfunkbranche führen, lautete die Begründung.

Anfang September reichte auch Sprint eine Klage gegen den geplanten Verkauf ein. Er verstößt angeblich gegen das US-Kartellgesetz „Clayton Antitrust Act“. „Sprint lehnt die von AT&T vorgeschlagene Übernahme von T-Mobile USA ab“, erklärte Susan Haller, Vice President für Rechtsstreitigkeiten bei Sprint. Mit der Klage tritt der Mobilfunkprovider nach eigenen Angaben für die Rechte von Verbrauchern und den Wettbewerb ein und will nachweisen, dass die Transaktion illegal ist.

Themenseiten: AT&T, Business, Deutsche Telekom, LTE, T-Mobile, Telekommunikation, Übernahmen

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