Streit mit Samsung: Apple soll iPad-Verkaufszahlen offenlegen

Die zuständige Richterin will Beweise sehen, dass das Galaxy Tab Apples Verkäufe schmälert. Samsungs Antrag auf Offenlegung weist sie aber zurück. Ende des Monats wird über einen Verkaufsstopp in Australien entschieden.

Apple gegen Samsung

Apple wird die Verkaufszahlen von iPad und iPad 2 für Großbritannien und die USA veröffentlichen müssen, wenn es ein Verkaufsverbot von Samsungs Tablet Galaxy 10.1 in Australien durchsetzen will. Das hat Bundesrichterin Annabelle Bennett vom Sydney Federal Court entschieden, wie Bloomberg berichtet.

„Wenn Apple keine Beweise vorlegt, was die Auswirkungen in den USA oder in Großbritannien angeht, kann ich jeden möglichen Schluss ziehen“, sagte Bennett. Sie werde Apple nicht dazu zwingen, die Zahlen offenzulegen – und lehnte Samsungs diesbezüglichen Antrag ab.

„Leute, die ein Android-Gerät wollen, kaufen ein Android-Gerät“, zitiert Bloomberg Samsung-Anwalt Neil Murray. Es gebe keinen Einfluss auf die Verkaufszahlen von Apple. Dessen Anwalt Steven Burley konterte, die „bemerkenswerte Ähnlichkeit von Samsungs Produkt“, was „Funktionalität und Aussehen“ angehe, mache deutlich, dass das Galaxy Tab dem iPad Marktanteile abnehmen werde.

Samsung hatte zuletzt zugestimmt, in Australien den Start des Galaxy Tab 10.1 auf Ende September zu verschieben – bis eine gerichtliche Entscheidung über ein Verkaufsverbot getroffen ist. Die Koreaner spielen jedoch mit dem Gedanken, auch in Australien Gegenklage einzureichen.

Apple hatte im April in den USA ein Verfahren gegen Samsung eingeleitet. Es wirft dem koreanischen Mitbewerber Patentverletzungen und unfairen Wettbewerb vor. Samsung soll für seine Mobiltelefone und Tablets der Produktreihe Galaxy sowie weitere Mobiltelefone die Nutzeroberfläche und andere Designelemente von Apples iPhone und iPad kopiert haben.

Seitdem überbieten sich die beiden Firmen gegenseitig mit Klagen und Gegenklagen – weltweit laufen mittlerweile 19 Verfahren in neun Ländern. Anfang Juli beantragte Apple in den USA eine einstweilige Verfügung, die einen Verkaufsstopp der Samsung-Smartphones Infuse 4G, Galaxy S 4G und Droid Charge sowie des Galaxy Tab 10.1 vorsieht. In Europa hat das Landgericht Düsseldorf ein Verkaufsverbot verhängt; es gilt für alle EU-Länder mit Ausnahme der Niederlande. Aus diesem Grund entfernte Samsung das Tablet auch von seinem Stand auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin.

Themenseiten: Apple, Messen, Mobil, Mobile, Patente, Samsung, Tablet

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1 Kommentar zu Streit mit Samsung: Apple soll iPad-Verkaufszahlen offenlegen

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  • Am 6. September 2011 um 17:54 von Hannes

    Verkaufsverbot in Europa
    Das Verkaufsverbot, dass zunächst für ganz Europa verhängt wurde (wie im Artikel steht) wurde Mitte August auf Deutschland beschränkt, da das Gericht in Düsseldorf nicht die nötigen Kompetenzen für ein europaweites Verbot hat.
    Anders als es im Artikel steht, ist das Tablet also in ganz Europa im Verkauf, lediglich in Deutschland greift eine einstweilige Verfügung. Das steht im Artikel falsch.

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