Facebook-Klage: Holzhändler sieht seine Privatsphäre verletzt

Facebook hat seine E-Mail-Passwörter in einem Gerichtsdokument öffentlich gemacht. Ceglias Anwälte fordern Strafmaßnahmen und eine Erstattung der Anwaltskosten. Indes beschuldigt Facebook Ceglia, Beweise zurückzuhalten.

Prozess um Facebook

Holzpellets-Händler Paul Ceglia, der Facebook auf einen Anteil von 84 Prozent verklagt, sieht seine Privatsphäre bedroht. Facebooks Anwälte hätten eine „ungeheuerliche und massive Verletzung“ ebendieser begangen, indem sie seine E-Mail-Passwörter öffentlich machten. Laut Ceglias Beschwerde waren die Passwörter in einem Dokument enhalten, das am 1. September bei einem Gericht in Buffalo, New York, eingereicht worden war.

Tags darauf wurde das Dokument wieder aus der öffentlichen Akte entfernt. Seinen Anwälten Paul Argentieri und Jeffrey Lake zufolge hat Ceglia die Passwörter inzwischen geändert. „Dieses rätselhafte Fehlverhalten hat dazu geführt, dass Ceglias E-Mail-Konten 12 Stunden lang von aller Welt eingesehen werden konnten“, heißt es in der aktuellen Beschwerde. Nach Informationen von Bloomberg werden Argentieri und Lake das Gericht um Strafmaßnahmen und Erstattung der Anwaltskosten ersuchen.

Diese Episode ist nur die jüngste in einem Disput, der Mitte Juli 2010 seinen Ausgang nahm, als Ceglia Klage gegen Facebook eingereicht hatte. Angeblich stehen ihm 84 Prozent am Social Network zu. Facebook meldete sogleich Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Klage und der Echtheit des Vertrags an.

Das Unternehmen räumte lediglich ein, CEO Mark Zuckerberg habe als Programmierer für Ceglia gearbeitet. Zuckerberg erklärte kurz darauf in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC, er sei sich „sehr sicher“, nie einen Vertrag unterzeichnet zu haben, der Dritten Anteile an Facebook einräumen würde. Im Juni 2011 stellten Facebook und Zuckerberg einen Antrag, den von Ceglia vorgelegten Vertrag sowie E-Mails und alle Computer, die sich in Ceglias Besitz und im Haus seiner Eltern finden, untersuchen zu dürfen.

Anfang August 2011 verlautbarten Facebooks Anwälte, sie hätten „unwiderlegbare Beweise“ dafür, dass der Vertrag zwischen Zuckerberg und Ceglia eine Fälschung sei. „Ceglia hat alle 120 relevanten Dokumente und Dateien, die auf seinen Computern, CDs und Disketten gefunden wurden, als vertraulich eingestuft“, heißt es in den Gerichtsunterlagen. „Er möchte nicht, dass die Öffentlichkeit erfährt, was auf seinen Computern entdeckt worden ist.“ Es handle sich dabei um eindeutige Beweise, die schlüssig belegten, dass Ceglia „den vorgeblichen Vertrag gefälscht hat und der gesamte Rechtsstreit eine Lüge ist“.

Zwei Wochen später beschuldigte Facebook Ceglia, Beweise zurückgehalten zu haben. Richterin Leslie Foschio gab ihm in einem Gerichtsbeschluss (PDF) bis 29. August Zeit, weitere Computer, Dateien und E-Mails auszuhändigen – oder eine glaubwürdige Erklärung abzuliefern. Facebook hat dann 30 Tage, das Material zu sichten.

Themenseiten: Business, Facebook, Facebook, Gerichtsurteil, Networking, Soziale Netze

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