VMware-CEO: „Das Ende der PC-Ära ist nah“

Der frühere Microsoft-Manager Paul Maritz stimmt darin mit Steve Jobs überein. Schon in drei Jahren sollen über 80 Prozent aller internetfähigen Geräte keine Windows-basierten PCs mehr sein. Mit neuen Produkten geht VMware auf Cloud-Computing zu.

VMware-CEO Paul Maritz auf der VMworld 2011 in Las Vegas (Bild: Jay Greene/CNET)
VMware-CEO Paul Maritz bei seiner Rede auf der VMworld 2011 in Las Vegas (Bild: Jay Greene/CNET)

VMware-Chef Paul Maritz hat in einer Keynote vor 19.000 Teilnehmern der Konferenz VMworld in Las Vegas erklärt, dass sich die Computerbranche seiner Ansicht nach im Übergang zur Nach-PC-Ära befindet. Maritz, der in den späten 1990ern als drittmächtigster Mann hinter Bill Gates und Steve Ballmer für Microsofts Desktop- und Serversoftware verantwortlich war, übernahm damit die Einschätzung eines langjährigen Gegenspielers des Softwareriesen: „Steve Jobs pflegt zu sagen, dass sich die PC-Ära dem Ende zuneigt. Wir stimmen dem zu.“

Es sei wichtig für Kunden und Partner von VMware, das zu erkennen. Sie müssten Technologien schaffen für eine Welt, deren Bewohner von einer großen Vielfalt von Geräten aus auf das Web und Anwendungen zugreifen. „In drei Jahren werden über 80 Prozent der mit dem Internet verbundenen Geräte keine Windows-basierten PCs sein“, sagte Maritz.

Über ein Jahrzehnt nach Maritz‘ Weggang von Microsoft steht sein neuer Arbeitgeber in starker Konkurrenz zu seinem früheren. Microsoft setzt ebenfalls vermehrt auf Virtualisierungstechnologie und bedrängt in diesem Bereich Marktführer VMware. Pünktlich zu dessen Hausmesse VMworld reizte Microsoft den Konkurrenten mit einem Werbevideo, das VMwares Preispolitik lächerlich zu machen suchte. Microsofts PR-Chef Frank Show wandte sich zudem gegen die Post-PC-Visionäre und schlug „PC plus“ zur besseren Beschreibung der aktuellen Entwicklung vor.

Maritz hielt in seiner Keynote dagegen, es sei in der PC-Ära vor allem um die Automatisierung von Büroarbeit gegangen. Computer kämen heute aber anders zum Einsatz. Die Mitarbeiter kommunizierten über Social Networks und nutzten Webanwendungen für die Zusammenarbeit. „Das Problem ist, dass die Unter-35-Jährigen nicht hinter Schreibtischen sitzen. Sie mögen es nicht besonders, Dokumente zu erstellen. Wir bewegen uns in ein Nach-Dokument-Zeitalter.“

Das habe VMware dazu gebracht, über mehr als nur Virtualisierung nachzudenken. Wie viele andere Technologie-Unternehmen hat VMware eine Reihe neuer Produkte eingeführt, die auf Cloud-Computing zugehen und dabei auf Virtualisierung basieren. „Wir sind bei VMware nicht immun gegen das Cloud-Fieber“, erklärte Maritz.

Im Mittelpunkt steht dabei die im Juli vorgestellte Plattform vSphere 5, die als Cloud-Infrastruktur-Suite für bessere Verwaltung, Skalierbarkeit und Verlässlichkeit steht. Das Application Framework vFabric enthält Entwicklerwerkzeuge, die die Schaffung neuer Anwendungen erleichtern sollen. VMware versucht damit, Entwickler zu locken und von seinem Konzept für die Anwendungen der nächsten Generation zu überzeugen. Die jungen Entwickler, die die Anwendungen für die Cloud schaffen, wollen sich laut Maritz nicht mehr mit „Haushaltsorganisation auf niedriger Ebene“ abgeben.

Themenseiten: Business, Cloud-Computing, Microsoft, Steve Jobs, VMware, Virtualisation, Virtualisierung

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