Galaxy Tab 10.1: Samsung geht gegen Verkaufsverbot vor

Die Koreaner zeigen sich enttäuscht von Apples Vorgehen. Angeblich hat der iPad-Hersteller Beweisbilder per Photoshop "optimiert". An der geplanten Markteinführung seines Tablets will Samsung festhalten.

Samsung will den gerichtlich verordneten Verkaufsstopp seines Tablets Galaxy Tab 10.1 nicht hinnehmen und kündigte an, gegen die von Apple erwirkte einstweilige Verfügung des Landgerichts Düsseldorf vorzugehen. Zudem halte man an der geplanten Markteinführung fest, wie der südkoreanische Elektronikkonzern mitteilte. Wie Werbeanzeigen von Media Markt belegen, war der Verkaufsstart in Deutschland schon für kommenden Samstag geplant.

Auch Apple hat sich inzwischen zu der Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts geäußert. Gegenüber Bloomberg wiederholte Firmensprecherin Kristin Huguet die bereits im April geäußerten Plagiatsvorwürfe und wies erneut auf die Notwendigkeit hin, dagegen vorzugehen. „Es ist kein Zufall, dass Samsungs neueste Produkte von der Hardware, über die Benutzeroberfläche bis hin zur Verpackung, dem iPhone und iPad so ähnlich sehen. Dieses unverhohlene Kopieren ist nicht akzeptabel. Wir müssen unser geistiges Eigentum schützen, wenn Firmen unsere Ideen stehlen.“ In Apples Klageschrift heißt es dazu: „Anstatt selbst einen eigenen Stil zu entwickeln, hat der Antragsgegner den innovativen Stil des iPad für seinen neuen Tablet-Computer kopiert. Damit nutzt er den guten Ruf des iPad aus, bei dem es sich um ein sehr bekanntes Produkt mit Kultstatus handelt.“

Das von Apple erwirkte Verkaufsverbot gilt praktisch für die gesamte EU mit Ausnahme der Niederlande. In dem dortigen Verfahren, das gestern begann, zeichnet sich unterdessen eine interessante Entwicklung ab. Offenbar wirft Samsung Apple vor, Beweisfotos manipuliert zu haben, um Ähnlichkeiten zwischen dem iPad und dem Galaxy Tab besonders hervorzuheben. Das berichtete der Journalist Andreas Udo de Haes aus dem Gerichtsaal in Den Haag via Twitter. Heute will Samsung angeblich Beweise liefern, die seine Anschuldigungen stützen.

In Australien hatte sich Samsung vor Kurzem nach einer ähnlichen Klage mit Apple darauf geeinigt, das Galaxy Tab 10.1 dort vorerst nicht auf den Markt zu bringen. Nach Unternehmensangaben gilt dies aber nur für eine Version, die gar nicht für den Verkauf auf dem Kontinent bestimmt war. Stattdessen soll dort bald eine andere Variante des Galaxy Tab 10.1 in den Handel kommen. Worin sich die beiden Modelle unterscheiden, ist allerdings unklar.

Apple geht nicht nur gegen Samsung vor. Auch gegen Motorola hat das Unternehmen aus Cupertino bei der EU Beschwerde eingereicht. Angeblich kopiert dessen Android-Tablet Xoom ebenfalls das Design des iPad.

Der Verkauf des Galaxy Tab 10.1 sollte hierzulande am kommenden Samstag beginnen.
Der Verkauf des Galaxy Tab 10.1 sollte hierzulande am kommenden Samstag beginnen. (Bild: stadt-bremerhaven)

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