Apple und mehrere US-Verlage wegen E-Book-Preisabsprachen verklagt

Mit dem Kartell wollen die Beklagten angeblich Amazons kundenfreundliches Preismodell kippen. Es sollte auch der Steigerung der eigenen Profite dienen. Die Kläger fordern Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

Zwei US-Verbraucher klagen bei einem Bezirksgericht in Nordkalifornien gegen Apple und die US-Verlage Harper Collins, Hachette Book Group, Macmillan, Penguin Group sowie Simon & Schuster. Sie werfen den Unternehmen vor, Preise für elektronische Bücher abgesprochen zu haben, um ihre „Profite zu steigern und den Rivalen Amazon zu zwingen, seine kundenfreundlichen Preise aufzugeben“.

Der Klage zufolge sollen Apple und die Verlage ein „Agentur-Modell“ eingeführt haben, in dessen Rahmen die Verlage ihre Preise für E-Books selbst festlegen. Im Gegensatz dazu stehe der traditionelle Großhandelsvertrieb, bei dem Verlage einen Handelspreis vorgäben, der Einzelhandel aber einen eigenen Verkaufspreis bestimmen könne. Amazon habe Titel sogar subventioniert und für 9,99 Dollar abgegeben, obwohl es Verlagen höhere Preise gezahlt habe.

Anthony Petru aus Oakland (Kalifornien) und Marcus Mathis aus Natchez (Mississippi) haben demnach seit Mai 2010 jeder in Amazons Kindle Store mehrere E-Books für mehr als 9,99 Dollar gekauft. Der Preis sei nur als Folge des Agentur-Modells der Beklagten höher als 9,99 Dollar gewesen. Mit der Klage, für die der Status einer Sammelklage beantragt worden ist, fordern die beiden eine Rückerstattung und Schadenersatz in nicht genannter Höhe für jede beteiligte Partei. Zudem soll ein Gericht feststellen, dass das Agentur-Modell illegal ist.

„Die Verlage, die durch Amazons Beliebtheit und Preismodell in Schrecken versetzt wurden, hatten zu ihrem eigenen Glück einen Mitverschwörer – und zwar Apple“, wird Steve Berman, einer der Anwälte der Kläger, in einer Pressemitteilung zitiert. „Wir werden beweisen, dass Apple einen Weg finden musste, Amazons Kindle auszuschalten, bevor dessen Popularität dem damals geplanten iPad schaden konnte, das Apple als konkurrierenden E-Reader vorgesehen hatte.“

Das jetzt gültige Preismodell ergab sich demnach 2010, nachdem mehrere Verlage Amazon gebeten hatten, die Preise für elektronische Bücher in seinem Shop zu erhöhen. Der Online-Händler hielt aber an seiner Behauptung fest, jeder Preis über 9,99 Dollar sei „unnötig hoch“. Erst auf Druck von Macmillan gab Amazon nach und erlaubte dem Verlag, Titel auch für 14,99 Dollar anzubieten.

Themenseiten: Amazon, Apple, Business, E-Books, Hachette Book Group; Inc., HarperCollins Publishers, Mobile, Simon & Schuster Inc., iPad

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