Facebook will Konten von Häftlingen sperren

In Kalifornien arbeitet es schon mit der zuständigen Behörde zusammen. Konten Inhaftierter werden oft von Dritten aktualisiert, was die Nutzungsbedingungen untersagen. Ein anderes beliebtes Mittel sind eingeschmuggelte Smartphones.

Facebook arbeitet mit US-Gefängnissen an einem Konzept, um die Konten von Häftlingen während ihrer Zeit im Gefängnis zu löschen oder zumindest zu deaktivieren. Dem California Department of Corrections and Rehabilitation (CDCR) zufolge wird dieser Weg nämlich häufig von Inhaftierten genutzt, um Drohungen auszusprechen – und auch für sexuelle Belästigung.

„Mit dem Zugang zu Social Media können Häftlinge unsere Überwachungsvorgänge umgehen und weiter kriminell aktiv werden“, schreibt CDCR-Sekretär Matthew Cate in einer Pressemitteilung. „Die neue Kooperation zwischen Strafverfolgern und Facebook schützt die Gemeinschaft und verhindert, dass es weitere Opfer gibt.“

US-Gefängnisinsassen haben weiter das Recht auf ein Konto bei Facebook – wenn dieses vor ihrer Inhaftierung angelegt wurde. Facebook weist allerdings darauf hin, dass Passwörter laut Nutzungsbedingungen nicht weitergegeben werden dürfen. „Wenn ein Staat entscheidet, dass ein Gefangener das Internet nicht benutzen darf, ist es der einfachste Weg, wenn das Gefängnis mit geeigneten Maßnahmen die Nutzung von Smartphones und dergleichen verhindert“, sagt Sprecher Andrew Noyes. „Wir schalten aber auf Anfrage Konten, die US-Gesetze verletzen, ebenso ab wie Konten von Häftlingen, die offensichtlich jemand von außen aktualisiert. Im Fall von Bedrohungen oder sexueller Belästigung ergreifen wir ebenfalls geeignete Maßnahmen.“

Das CDCR zitiert einen Fall, in dem ein wegen sexueller Belästigung von Minderjährigen Verurteilter über Facebook weiter an ein 17-jähriges Opfer schrieb und ihr unter anderem Zeichnungen schickte. Zu diesem Zeitpunkt war der Mann seit sieben Jahren in Haft. „Details der Zeichnungen des Opfers – die Frisur und die Marke ihrer Kleidung – waren zutreffend gezeichnet. Es stellte sich heraus, dass der Inhaftierte über ein Handy verfügte und die Seiten seines Opfers bei MySpace wie auch Facebook besucht hatte. Dort fand er auch aktuelle Fotos, die er als Grundlage seiner Zeichnungen verwendete.“

Nach eigenen Angaben hat das CDCR in diesem Jahr bisher 7284 Handys konfisziert, die in Gefängnisse geschmuggelt worden waren.

Facebook-Konto eines Häftlings (Bild: CDCR)
Facebook-Konto eines Häftlings (Bild: CDCR)

Themenseiten: Facebook, Internet, Kommunikation, Networking, Soziale Netze

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