US-Behörde will mit Hilfe von Hackern Militär-IT modernisieren

Über das Projekt "Cyber Fast Track" werden ab sofort kleine Projekte finanziert. Programmleiter Peiter Zatko will Gruppen ansprechen, die normalerweise nicht für die Regierung arbeiten. Gemeint sind Hacker, Hobbytüftler und kleine Sicherheitsfirmen.

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Die zum US-Verteidigungsministerium gehörige Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) hat ein Projekt namens „Cyber Fast Track“ auf den Weg gebracht. Es soll dabei helfen, innovative Sicherheitskonzepte gegen Cyberangriffe zu finanzieren, wie InformationWeek berichtet. Damit wolle man Menschen und Gruppen ansprechen, die normalerweise nicht für die Regierung arbeiteten, erklärte Projektleiter Peiter Zatko auf der Sicherheitskonferenz Black Hat, die derzeit in Los Angeles stattfindet. Gemeint seien Hobbytüftler ebenso wie kleine Sicherheitsfirmen und Hackergruppen.

Zatko zufolge wird das Programm zwischen 20 und 100 Projekte pro Jahr finanzieren, die innerhalb weniger Monate umgesetzt werden sollen. Die DARPA hat dabei experimentelle Ansätze im Auge, etwa in den Bereichen High-End Computing oder Open Source. InformationWeek zufolge geht es hauptsächlich darum, dem Militär Werkzeuge an die Hand zu geben. Zatko nannte unbemannte Luftfahrzeuge als Beispiel, und auch automatisierte Wählprogramme, die wiederholt Nummern in einer bestimmten Kriegsregion anrufen, um Bombenbauer aus dem Konzept zu bringen.

Ergänzend zur Finanzierung kleiner und schneller Innovationen will die DARPA Cyber Fast Track als Möglichkeit etablieren, wie Hacker mit der US-Regierung zusammenarbeiten. „So wie die Regierung derzeit organisiert ist, gibt es kaum eine Möglichkeit für kleine Unternehmen, Sicherheitsforscher und Hacker, Geld für ihre Arbeit zu bekommen, ohne die Rechte an ihrem geistigen Eigentum aufzugeben oder ihre Firma demontiert zu sehen“, sagte Zatko. Sein Ziel sei es, die Kooperation einfacher zu gestalten.

Wenn die Forschung für ein Projekt erledigt ist, behalten die Urheber auch ihre kommerziellen Rechte. Die Regierung erhalte jedoch eine Lizenz, die Software zu nutzen, zu modifizieren oder für andere Bereiche einzusetzen, erklärte der Projektleiter.

Zatko ist unter Hackern kein Unbekannter: Bevor er im Februar 2010 beim US-Verteidigungsministerium anheuerte, war er Teil der Hackergruppe L0pht gewesen und hatte unter anderem den Passwortknacker L0phtCrack für Windows-Systeme entwickelt. InformationWeek zufolge hatte der als „Mudge“ bekannte Sicherheitsspezialist 1998 vor dem US-Kongress ausgesagt, Hacker könnten das Internet innerhalb von einer halben Stunde lahmlegen.

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