Patentstreit mit Apple: Samsung verzögert Start des Galaxy Tab 10.1 in Australien

Für die US-Version des Tablets gilt dort ein Verkaufsverbot. Eine australische Variante muss Samsung Apple eine Woche vor Verkaufsstart zur Prüfung vorlegen. Samsung beginnt mit dem Vertrieb nur mit Zustimmung des Gerichts.

Samsung wird sein Android-Tablet Galaxy Tab 10.1 vorerst nicht in Australien anbieten. Der koreanische Elektronikkonzern und Apple einigten sich darauf bei einer Anhörung vor einem australischen Bundesgericht, teilt Bloomberg mit. Der Verkauf soll erst starten, nachdem Samsung die Zustimmung des Gerichts erhalten oder den Patentstreit mit Apple beigelegt hat. Apple erklärte sich indes bereit, Schadenersatz zu zahlen, falls es die Klage verliert.

Das Verkaufsverbot gilt nur für die US-Version des Galaxy Tab 10.1. Samsung plane eine eigene Version für den australischen Markt und habe zugestimmt, Apple drei Muster des Modells mindestens eine Woche vor dem Verkaufsstart zur Verfügung zu stellen, heißt es weiter in dem Bericht. Apple erhalte so die Möglichkeit, die Muster vorab zu prüfen.

Apple hatte im April in den USA gegen Samsung geklagt. Es wirft dem koreanischen Mitbewerber Patentverletzungen und unfairen Wettbewerb vor. Samsung soll für seine Mobiltelefone und Tablets der Produktreihe Galaxy sowie weitere Mobiltelefone die Nutzeroberfläche und andere Designelemente von Apples iPhone und iPad kopiert haben. Seitdem überziehen sich die beiden Firmen mit Klagen und Gegenklagen, unter anderem in Deutschland, Japan und Südkorea.

Anfang Juli beantragte Apple in den USA eine einstweilige Verfügung, die einen Verkaufsstopp der Samsung-Smartphones Infuse 4G, Galaxy S 4G und Droid Charge sowie des Galaxy Tab 10.1 vorsieht. Eine Anhörung dazu soll noch in dieser Woche stattfinden. Wie Bloomberg berichtet, will Apple auch in anderen Ländern erreichen, dass der Verkauf von Samsungs Tablets eingestellt wird.

Apple streitet auch mit anderen Handyherstellern um Patente. Die Auseinandersetzung mit Samsung wird als besonders wichtig angesehen, da die Koreaner mit ihren Galaxy-Smartphones zuletzt konstant Marktanteile hinzugewonnen haben. Laut Strategy Analytics konnte sich Apple zwar im zweiten Quartal knapp ein Fünftel des weltweiten Smartphonemarkts sichern, Samsung liegt mit einem Anteil von 17,5 aber nur einen Prozentpunkt hinter dem iPhone-Hersteller.

Eine Folge des Rechtsstreits ist anscheinend auch, dass Samsung seinen wichtigen Kunden Apple verliert. Berichten zufolge soll Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) statt Samsung Apples kommende Prozessorgeneration A6 fertigen.

Update von 14.35 Uhr:

Inzwischen hat Samsung Australien gegenüber ausdroid.net klargestellt, dass sich Apples Klage auf eine Version des Galaxy Tab 10.1 beziehe, die nicht für den Verkauf in Australien bestimmt sei. Das Gericht habe keine Unterlassungsverfügung erlassen. Stattdessen hätten die Streitparteien eine einvernehmliche Einigung erzielt, die vorsehe, dass das fragliche Modell nicht in Australien verkauft werde. Samsung werde dort jedoch bald eine andere Version des Galaxy Tab 10.1 auf den Markt bringen. Andere Smartphones oder Tablets des Herstellers seien von der Vereinbarung nicht betroffen.

Themenseiten: Android, Apple, Business, Gerichtsurteil, Mobile, Patente, Samsung, Tablet

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