Wissenschaftler entwickeln durchsichtigen Lithium-Ionen-Akku

Er würde komplett transparentes Design ermöglichen, aber auch ein Display unter dem Akku. Zusätzlich ist die Entwicklung aus Stanford elastisch. Probleme mit der Kapazität stehen als nächstes auf der Tagesordnung.

Transparenter Akku (Bild: Stanford University)

Forscher der US-Universität Stanford haben einen durchsichtigen Lithium-Ionen-Akku vorgestellt, der transparente Elektronikgeräte möglich machen würde. Er stammt von dem Doktoranden Yuan Yang in Zusammenarbeit mit seinem Professor Yi Cui am Lehrstuhl für Photonenwissenschaft am SLAC National Accelerator Laboratory. Bei einer Massenfertigung würde er kaum mehr kosten als ein Standardakku, heißt es.

Die Elektroden sind gewebeartig angeordnet. Jede Linie des Gitters misst nur rund 35 Mikrometer in der Breite. Weil sie so dünn sind, kann zwischen ihnen Licht durchdringen – das komplette Gewebe scheint durchsichtig. In der Praxis hat es noch einen weiteren Vorteil – es ist biegsam.

Yang erläutert seine Forschung in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (Ausgabe vom 25. Juli). Das Problem war demnach, allzu sichtbare Materialien wie Kupfer und Aluminium zu vermeiden. Stattdessen brachten sie eine Metallschicht durch Verdunsten in wenige Mikrometer kleinen Kanälen aus Polydimethylsiloxan an. Diese Zusammensetzung findet auch in der Schönheitschirurgie und Kontaktlinsen Verwendung.

Ein durchsichtiger Akku ist nicht nur für transparentes Design interessant. Es wäre auch möglich, ein Kontrolldisplay hinter dem Akku anzubringen, das sich trotzdem ablesen ließe. Und wegen der Elastizität des Materials könnte es etwa in einem biegsamen Tablet – dann natürlich mit OLED-Bildschirm – Verwendung finden.

Ein Problem bleibt vorerst: Die Speicherkapazität der durchsichtigen Akkus liegt nur bei etwa der Hälfte von Standard-Lithium-Ionen-Batterien. „Die Energiedichte ist derzeit niedriger als bei Lithium“, sagt Yang. „Man kann sie noch mit der von Nickel-Cadmium-Batterien vergleichen.“

Die Gruppe, der weitere vier Studenten angehören, glaubt aber, diese Schwierigkeit umgehen zu können. Sie hat hochfliegende Pläne und auch schon einen Patentantrag eingereicht. „Das sieht einfach cool aus“, sagt Cui. „Ich möchte mich mit Steve Jobs darüber unterhalten. Ich hätte gern ein durchsichtiges iPhone.“

Themenseiten: Forschung, Hardware, Mobile, Notebook, Steve Jobs, iPhone

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