Microsoft und Suse verlängern Linux-Lizenzabkommen

Microsoft und Suse haben das 2006 zwischen dem Softwarekonzern und Novell vereinbarte Lizenzabkommen verlängert. Es gilt nun bis 1. Januar 2016. Die ursprüngliche Vereinbarung wäre im kommenden Jahr ausgelaufen.

Im Rahmen des neuen Abkommens kauft Microsoft Zertifikate im Wert von 100 Millionen Dollar für Suse Linux Enterprise, die seine Kunden berechtigen, Linux-Support von Suse in Anspruch zu nehmen. Die Zertifikate dienen als Versicherung dafür, dass Microsoft-Kunden, die Linux implementieren, nicht in einen eventuellen Microsoft-Linux-Patentstreit hineingezogen werden.

Zudem arbeiten beide Firmen an Lösungen für eine Interoperabilität von Windows und Linux. Davon sollen Kunden und Partner profitieren, die unter anderem Suse als Gastbetriebssystem in Microsofts Hypervisor Hyper-V ausführen.

Die Partnerschaft zwischen Microsoft und Novell hatte damals für viel Aufregung gesorgt. Während Red Hat beispielsweise die Allianz als „Sieg für Linux“ ansah, befürchtete die Free Software Foundation lizenzrechtliche Probleme. Red Hat schloss aber aus, selbst eine Partnerschaft mit Microsoft einzugehen.

Microsoft-CEO Steve Ballmer bezeichnete das Abkommen mit Novell als Beleg dafür, dass Open-Source-Anbieter Microsofts geistiges Eigentum respektieren müssen. Im folgenden Monat erklärte das Unternehmen, Linux und andere freie Software verletze insgesamt 235 Microsoft-Patente. Damit überzeugte Microsoft in der Folgezeit mehrere kleine Linux-Anbieter, Patentvereinbarungen zu unterzeichnen.

Im vergangenen Jahr wurde Novell schließlich für 2,2 Milliarden Dollar an Attachmate verkauft, und Microsoft übernahm mit weiteren Technikfirmen rund 800 Novell-Patente. Suse Linux wiederum ist seit Mai diesen Jahres ein eigenständiger Geschäftsbereich von Attachmate, der von Nürnberg aus geführt wird.

Zuletzt erhöhte Microsoft den Druck auf Linux- und Android-Anbieter. Unter anderem vereinbarten Amazon, General Dynamics, Onkyo und Velocity Micro Patentabkommen mit Microsoft. Keine Einigung erzielte das Unternehmen aber allem Anschein nach mit Motorola sowie Barnes & Noble. Gegen sie laufen Klagen, die Microsoft im Oktober 2010 beziehungsweise im März 2011 eingereicht hat.

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