Anonymous will norwegischen Massenmörder diskreditieren

Die Hacker fordern zu Manipulationen seiner 1500-seitigen "Europäischen Unabhängigkeitserklärung" auf. Dadurch soll Anders Behring Breivik lächerlich gemacht werden. Er ruft zu einem Guerilla-Krieg gegen Moslems auf.

Logo von Anonymous

Die Hackergruppe Anonymous hat ein neues Ziel für Aktionen ausgegeben: den Mann, der in Norwegen vergangenen Freitag mutmaßlich eine Bombe gelegt und Dutzende Jugendliche erschossen hat. Das von Anders Behring Breivik veröffentlichte Manifest will Anonymous durch eine Kampagne namens „Operation UnManifest“ diskreditieren.

Es handelt sich letztlich um einen Aufruf, Breiviks „Europäische Unabhängigkeitserklärung“ zu hacken und zu modifizieren – ein „christlich-fundamentalistisches“ Dokument mit 1500 Seiten. Anonymous hofft, dass sich dann falsche Ausgaben des sogenannten Manifests überall verbreiten und der rechtsextreme Attentäter zu einem Witz reduziert wird.

Anonymous bittet aber auch um einen Augenblick des Gedenkens für die Opfer. Der unerwartete Terrorangriff wurde als „der gewaltsamste Tag in Norwegen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“ beschrieben. Breivik wird beschuldigt, eine Bombe in der Innenstadt von Oslo gelegt und anschließend in einem Jugendzeltlager um sich geschossen zu haben. Der Sprengstoffanschlag hat CBS News zufolge acht Menschen ums Leben gebracht; 68 Jugendlichen starben im Ferienlager.

Das 1500-seitige Manifest gilt als Breiviks Rechtfertigung. Er habe Europa von den Moslems befreien wollen, schreibt er darin. Auch ruft er zu einer Revolution mit Guerilla-Taktiken und Hinrichtungen auf. Er behauptet, er spreche für Millionen Europäer. Breivik hat gestanden, die Anschläge ausgeführt zu haben. Vor Gericht plädiert er dennoch auf „nicht schuldig“.

Anonymous startet "Operation UnManifest" (Screenshot: ZDNet).
Anonymous startet „Operation UnManifest“ (Screenshot: ZDNet).

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Florian Kalenda, Lance Whitney
Autor: Florian Kalenda, Lance Whitney
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