IDC: Westeuropäischer PC-Markt schrumpft 20,9 Prozent im zweiten Quartal

Probleme sind große Lagerbestände und eine geringe Nachfrage. Die Regionen Mittlerer Osten und Afrika sowie Zentral- und Mitteleuropa wachsen hingegen im zweistelligen Prozentbereich. Dort verkaufen sich Notebooks besser als erwartet.

Die PC-Verkaufszahlen in Westeuropa sind im zweiten Quartal um 20,9 Prozent zurückgegangen. Grund dafür waren laut IDC große Lagerbestände und eine geringe Nachfrage. Beides wirkte sich auch auf den Markt in ganz Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) aus. Hier verkaufte die Branche insgesamt 22,09 Millionen Computer, 8,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Regionen Mittel- und Osteuropa sowie Mittlerer Osten und Afrika hätten hingegen ein Wachstum von 11,4 Prozent beziehungsweise 12,2 Prozent erzielt, so IDC. Vor allem der Absatz tragbarer PCs habe sich in Ländern wie Russland und Polen besser entwickelt als erwartet.

Besonders hart traf es IDC zufolge den Consumer-Markt in Westeuropa, der zwischen April und Juni um 32 Prozent schrumpfte. Der Enterprise-Sektor habe hingegen nur einen Rückgang von 4,3 Prozent hinnehmen müssen. Viele Verbraucher hätten Smartphones und Tablets den Vorzug vor Desktops und Notebooks gegeben.

In südeuropäischen Ländern wie Italien und Spanien seien die Verkäufe am stärksten eingebrochen. Wichtige Märkte wie Frankreich und Deutschland hätten sich nur unwesentlich besser geschlagen, heißt es in einer Pressemitteilung der Marktforschungsfirma.

Marktführer der EMEA-Region bleibt Hewlett-Packard mit einem Anteil von 23 Prozent (plus 2,1 Punkte). Die Absatzzahlen des Unternehmens erhöhten sich um 3,9 Prozent auf 5,08 Millionen Stück. Acer verkaufte nur noch 2,8 Millionen Computer (minus 40,3 Prozent) in der EMEA-Region, was einem Anteil von 12,8 Prozent entspricht.

Das größte Wachstum bescheinigen die Marktforscher Dell, dessen Verkäufe um 8,4 Prozent auf 2,5 Millionen Stück zulegten. Der Marktanteil des Unternehmens erhöhte sich um 1,9 Punkte auf 11,5 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Asus mit einem Marktanteil von 8,9 Prozent und Lenovo mit einem Anteil von 6,1 Prozent.

In der zweiten Jahreshälfte rechnet IDC mit keiner grundlegenden Besserung. „Trotz saisonaler Einflüsse wie dem Beginn des neuen Schuljahrs und dem Weihnachtsgeschäft bleibt die Consumer-Nachfrage schwach und auf Media-Tablets ausgerichtet“, sagte Eszter Morvay, Research Manager bei IDC. Ein größeres Angebot im Tablet-Markt durch die Einführung neuer Modelle wird ihrer Ansicht nach zu einer Verschärfung der Konkurrenz und damit zu sinkenden Preisen führen. Dadurch würden Tablets für ein breiteres Publikum erschwinglich.

Weltweit konnte sich der PC im zweiten Quartal von einem Minus in den ersten drei Monaten des Jahres erholen. Die Verkaufszahlen kletterten laut IDC um 2,6 Prozent auf 84,4 Millionen Stück. Das Ergebnis blieb jedoch hinter der Prognose der Marktforscher zurück.

IDC: Top-5-PC-Hersteller in Westeuropa im zweiten Quartal (Verkaufszahlen in Millionen Stück)

Anbieter Verkaufszahlen 2. Quartal 2010 Marktanteil Verkaufszahlen 2. Quartal 2011 Marktanteil Veränderung zum Vorjahr
Hewlett-Packard 4,887 20,1 % 5,077 23,0 % 3,9 %
Acer 4,737 19,5 % 2,826 12,8 % – 40,3 %
Dell 2,333 9,6 % 2,530 11,5 % 8,4 %
Asus 1,988 8,2 % 1,972 8,9 % – 0,8 %
Lenovo 1,323 5,5 % 1,358 6,1 % 2,6 %
Andere 8,994 37,1 % 8,328 37,7 % – 7,4 %
Gesamt 24,263 100,0 % 22,092 100,0 % – 8,9 %

Themenseiten: Acer, Asus, Business, Dell, Desktop, Hewlett-Packard, IDC, Lenovo, Marktforschung, Mobile, Notebook, Tablet

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