Back to the Roots: Android zum Telefonieren nutzen

Weithin bekannt, aber oft verdrängt ist die Tatsache, dass man mit Android-Handys auch telefonieren kann. Selbst diese Funktion lässt sich optimieren. Mit den richtigen Tools spart man sogar bares Geld. ZDNet stellt die besten vor.

Android-Smartphones zeigen dem Nutzer nicht nur Termine und E-Mails an, sie rufen auch Taxis, bestellen Pizza, schießen Fotos, kaufen Briefmarken und sagen das Wetter voraus. Dabei vergisst man leicht, dass man mit den praktischen Geräten auch telefonieren kann.

Auch wenn alle Handys das Telefonieren von sich aus beherrschen, gibt es durchaus praktische Tools, die auch diese Funktion noch komfortabler machen. ZDNet stellt diese Woche die besten davon vor.

Welches Netz?

Mit der praktischen App lässt sich abfragen, in welchem Netz eine Nummer wirklich geschaltet ist (Screenshot: ZDNet).
Mit der praktischen App lässt sich abfragen, in welchem Netz eine Nummer wirklich geschaltet ist (Screenshot: ZDNet).

Die App „Welches Netz?“ findet heraus, in welchem Netz eine deutsche Handynummer wirklich geschaltet ist. Das lässt sich an der Vorwahl nämlich nur bedingt ablesen, da jeder Teilnehmer seine Nummer zu einem anderen Anbieter portieren kann. Das heißt, dass eine Rufnummer, die mit 0171 beginnt, nicht zwangsläufig von der Telekom betrieben wird.

Wer einen Tarif hat, bei dem Anrufe ins eigene Netz günstiger oder gar kostenlos sind, sollte mit diesem Programm vorher überprüfen, ob die Rufnummer wirklich in seinem Netz ist. Das Bild links zeigt eine Telefonnummer, die mit 0172 beginnt, jedoch im Netz von O2 geschaltet ist. Solche Nummern zeigt das Tool mit einem gelben Dreieck an.

Nutzer können eine Telefonnummer direkt eingeben, um sie zu überprüfen. Alternativ lassen sich auch die Handynummern von Kontakten aus dem Adressbuch checken. Eine kostenpflichtige Pro-Version für 2,99 Euro erlaubt sogar, dass vor jedem Anruf das Zielnetz angesagt wird. Es bleibt genug Zeit, um den Anruf abzubrechen.

Die App zeigt auch an, ob und welcher Reseller die Nummer betreibt. Das ist praktisch, wenn man einen Vertrag bei einem Provider wie Viva (siehe Bild), Aldi-Talk oder Kabel Deutschland geschlossen hat und nur innerhalb des Resellers kostenlos telefonieren kann. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Die Anzeige basiert auf Heuristiken und ist ungenau. Der Hersteller kann die Genauigkeit nicht garantieren.

Anruferkennung DE

Anruferkennung DE findet Telefonnummern aus Deutschland und Österreich (Screenshot: ZDNet).
Anruferkennung DE findet Telefonnummern aus Deutschland und Österreich (Screenshot: ZDNet).

Anruferkennung DE scannt die offiziellen Telefonverzeichnisse dastelefonbuch.de und herold.at, wenn ein Anruf eingeht. Sofern der Teilnehmer der Inverssuche nicht widersprochen hat, wird sein Name angezeigt. Die App beherrscht deutsche und österreichische Telefonnummern.

Das Programm kann auch nachträglich mit Anruflisten genutzt werden. So sieht man auch bei verpassten Anrufen, wer angerufen hat. Optional kann die App auch die Freundesliste von Facebook durchsuchen, sofern der jeweilige Facebook-Freund seine Telefonnummer eingetragen und für den Benutzer freigegeben hat.

Realistisch funktioniert die App nur bei aktiver WLAN- oder 3G-Verbindung. Falls nur GPRS oder EDGE zur Verfügung steht, dauert es in der Regel zu lange, bis das Tool die notwendigen Informationen online gefunden hat und bei einem Anruf anzeigt.

Wer eine Firma aus den gelben Seiten anruft, bekommt automatisch Vorschläge von anderen Firmen, die dasselbe Produkt oder dieselbe Dienstleistung anbieten. Praktisch ist das beispielsweise, wenn man in einem Hotel erfährt, dass alle Zimmer belegt sind. Im Display erscheinen nach dem Anruf automatisch weitere Hotels derselben Stadt.

Droidstats

Droidstats zeigt eine Übersicht der Kosten von Gesprächen, SMS und Datenvolumen (Screenshot: ZDNet).
Droidstats zeigt eine Übersicht der Kosten von Gesprächen, SMS und Datenvolumen (Screenshot: ZDNet).

Droidstats wacht über die Kosten von Telefongesprächen, SMS und Datenvolumen und sorgt so dafür, dass diese nicht aus dem Ruder laufen. Man sollte sich durchaus ein bisschen Zeit nehmen, das umfangreiche Setup der App vollständig durchzugehen. Manche Tarife sind sehr komplex, aber die meisten Bestimmungen lassen sich sehr gut mit Droidstats abbilden.

Dazu zählen unter anderem Freiminuten und Frei-SMS, Kostenlose Anrufe ins eigene Netz und vieles mehr. Dennoch ist die Anzeige nicht hundertprozentig exakt. Insbesondere ermittelt Droidstats nicht den tatsächlichen Netzbetreiber einer Rufnummer, wie das etwa die App „Welches Netz“ kann. Ferner können keine Tarife für Sonderrufnummern, etwa 01805 oder 0900, einprogrammiert werden. Sie müssen nach wie vor selbst kontrolliert werden, da durch ihre Nutzung erhebliche Kosten enstehen können.

Neben der kostenlosen Version kann man sich für 2,49 Euro Droidstats Spende herunterladen. Die kostenpflichtige App verfügt zusätzlich über konfigurierbare Widgets in den Größen 1×1 bis 4×1.

Sipdroid


Screenshot: ZDNet.

Sipdroid ist eine quelloffene Client-Software für Android-Handys. Sie ist als Telefonieprovider für die Standard-Telefon-Anwendung in Android realisiert. Normalerweise sieht man nichts weiter als einen kleinen grünen Punkt in der Statusleiste oben. Der zeigt an, dass eine Verbindung zu einem VoIP-Provider oder dem heimischen Telefonanschluss besteht.

Sipdroid funktioniert mit nahezu allen VoIP-Providern und integriert sich in die interne Telefon-App von Android. Wer nur einen VoIP-Anbieter nutzt, für den kann es sinnvoll sein, eine App vom VoIP-Anbieter zu verwenden. Sie ist meist leichter zu konfigurieren und man muss sich nicht mit SIP-Low-Level-Parametern herumschlagen, die VoIP in einer NAT-Umgebung ermöglichen.

Ab Version 2.3 besitzt Android einen internen VoIP-Client, der allerdings noch stark verbesserungsbedürftig ist. So kann er etwa Telefonnummern, die mit +49 beginnend im Telefonbuch abgespeichert sind, nicht in 0049 umwandeln. Derzeit ist Sipdroid die eindeutig bessere Lösung.

Das Programm lässt sich so konfigurieren, dass es nur dann aktiv ist, wenn eine WLAN-Verbindung besteht. Calls über UMTS und HSPA sind technisch ebenfalls möglich, aber eventuell durch den Mobilfunkanbieter verboten. Ferner ist die Gesprächsqualität über HSPA oft nicht sehr gut, was auf hohe Latenz und Jitter im Mobilfunknetz zurückzuführen ist.

Wer ein schnelles Android-Smartphone ab etwa 500 MHz Taktfrequenz besitzt, hat in der Regel mit WLAN keine Probleme. Meldet man sich an seinem Heimrouter an, kann das Telefon wie ein DECT-Telefon am Festnetzanschluss genutzt werden – überall wo WLAN-Empfang besteht.

Wer in sein eigenes Mobilfunknetz besonders günstig oder kostenlos telefoniert, kann Regeln einrichten, dass solche Gespräche immer über die SIM-Karte und nicht über VoIP geführt werden. Zudem kann jeder Telefonnummer ein "+"-Zeichen angefügt werden, um über das Mobilnetz zu telefonieren. Wer sich kostenlos bei pbxes.org registriert kann außerdem Skype-Nutzer kostenlos erreichen.

Das Programm unterstützt auch Video-Telefonie. Sinnvoll ist das in der Regel jedoch nur, wenn man eine zweite Kamera besitzt. Das Video zeigt, wie es funktioniert.

Video: Pascal Merle (via YouTube)

Fritz!App


Screenshot: ZDNet.

Fritz!App ist eine Lösung speziell für die Nutzer einer Fritzbox. Unterstützt werden die Fritzbox-Modelle 7390, 7320, 7270, 7240, 7170, 7112, 6360, 3370 und 3270 jeweils mit aktueller Firmware. Mit anderen Homeroutern funktioniert das Programm nicht. Die App ist in der Lage, spezielle Features der Fritzbox zu nutzen. Dazu gehört beispielsweise das Fritzbox-Telefonbuch. Außerdem kann man auf die Anruflisten zurückgreifen.

Allerdings funktioniert Fritz!App nicht von unterwegs. Es meldet sich nur an Fritzboxen an, die es im lokalen WLAN findet. Damit lässt sich das Smartphone nicht überall als DECT-Ersatz verwenden. Über UMTS und HSPA funktioniert das Programm ebenfalls nicht.

Die App ist für iOS und Android verfügbar. Sie kann in den jeweiligen AppStores heruntergeladen werden.

Die Software ist ideal für alle, die ihr Smartphone nur zu Hause als DECT-Ersatz nutzen wollen. Dafür hat man nahezu keinen Aufwand mit der Konfiguration. Das Programm findet die Fritzbox automatisch. Nach der Anmeldung kann man sofort lostelefonieren.

Downloads zu diesem Artikel

Themenseiten: Android, Business-Software, Download-Special, Google, Handy, IT-Business, Mobil, Mobile, Smartphone, Software

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Back to the Roots: Android zum Telefonieren nutzen

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *