Abkehr von Samsung: TSMC als Hersteller für Apples A6-Chip im Gespräch

Analysten schätzen, dass es sich um einen Vierkernprozessor handeln wird. Für Smartphones könnte eine 28-Nanometer-Variante des A5 kommen. Ein weiterer Kandidat für die Fertigung des A6 ist Intel.

Samsung Apple

Apple sucht Analysten zufolge nach Möglichkeiten, die Abhängigkeit von Samsung als Hersteller seiner Mobilprozessoren zu reduzieren. Grund sind ausgewachsene Patentstreitigkeiten zwischen den beiden Firmen. Die wahrscheinlichsten Kandidaten, Samsung als Auftragsfertiger zu ersetzen, sind demnach Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) und Intel, das bereits Apples Desktop- und Laptop-Prozessoren produziert.

Gus Richard, Analyst bei Piper Jaffray, schätzt, dass TSMC schon im vierten Quartal 2011 in Erscheinung treten wird – als zweite Quelle für den A5-Chip. Dieser kommt etwa im iPad 2 zum Einsatz. Die Produktion des Nachfolgers A6 könnte TSMC dann zur Gänze übernehmen.

Ein ähnliches Szenario zeichnet Linley Gwennap, Chef der Chip-Beratungsfirma Linley Group. Er geht davon aus, dass es sich bei dem A6 um einen Vierkernprozessor handeln wird – der aber seiner Einschätzung nach für ein Smartphone zu viel des Guten ist.

Apple müsste dann einen zweiten Prozessor entwickeln, vermutlich eine 28-Nanometer-Version des A5 für iPhone und iPod Touch im Jahr 2012″, so Gwennap. Derzeit wird der Chip von Samsung im 45-Nanometer-Prozess hergestellt. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Strukturbreite, desto leistungsfähiger und energieeffizienter ist der Chip.

Gwennap schätzt, dass Samsung weiterhin alle A5-Chips mit 45 Nanometern und TSMC alle A6-Prozessoren fertigen wird. „TSMC könnte auch die kleinere Variante des A5 produzieren, aber das ist zu diesem Zeitpunkt reine Spekulation“, sagte Gwennap gegenüber ZDNet.

Der zweite plausible Kandidat ist Intel: Es wirbt Richard zufolge bei Apple aggressiv um seine Zukunft als dessen Chiphersteller. „Intels Schwäche ist seine geringe Fähigkeit, SoCs zu entwerfen. Es hinkt hier der Branche so stark hinterher, wie es in der Produktion in Führung liegt“, erklärte der Analyst. Apple müsse aber gleichzeitig darauf achten, die Kontrolle über seine Prozessorarchitekturen zu behalten, um sein geistiges Eigentum zu schützen. Insofern würde es von einer Partnerschaft mit Intel profitieren.

Laut Gwennap könnte Apple zusätzlich einen Dritthersteller für künftige Produkte an Bord holen – etwa für ein günstigeres iPhone. „Qualcomm liefert schon jetzt Handy-Basisbandchips für Apples Produkte und wäre die logische Wahl, sollte Apple auf integrierte Prozessoren umsteigen.“

Themenseiten: Apple, Business, Hardware, Intel, Mobile, Prozessoren, Qualcomm, Samsung, Smartphone, TSMC

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