IDC: Deutscher PC-Markt schrumpft um 10,8 Prozent im ersten Quartal

In absoluten Zahlen wurden 2,81 Millionen PCs verkauft. Grund dafür ist eine geringe Nachfrage durch Verbraucher und ein gestiegenes Interesse an Smartphones und Tablets. Acer verliert seine Führungsposition an Hewlett-Packard.

Der PC-Markt in Deutschland ist trotz einer positiven wirtschaftlichen grundstimmung laut IDC im ersten Quartal stärker geschrumpft als erwartet. Die Verkaufszahlen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,8 Prozent auf 2,81 Millionen Stück zurück. Die Prognose der Marktforscher lag bei einem Plus von 4,8 Prozent.

Die negative Entwicklung begründet IDC mit hohen Lagerbeständen, die aus dem vierten Quartal übernommen worden seien, und einer geringen Nachfrage. Auch massive Preisreduzierungen der Anbieter hätten die Nachfrage nicht ausreichend angekurbelt und die Überhänge neutralisiert.

Auch die zunehmende Beliebtheit von Smartphones und Media-Tablets habe zu dem Rückgang beigetragen, so IDC. „Die am stärksten betroffene Kategorie waren Mini-Notebooks (Netbooks), aber auch die Verkäufe von Mainstream-Notebooks wurden beeinträchtigt, da Verbraucher ihre Neuanschaffungen weiter verschoben haben.“ Der Geschäftskundenbereich hingegen erreichte IDC zufolge ein Wachstum von 6,4 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2010.

Hewlett-Packard konnte zwischen Januar und März seine Führungsposition zurückerobern und erzielte als einziger Anbieter ein Wachstum. Die Verkaufszahlen des Unternehmens stiegen um 2,4 Prozent, der Marktanteil erhöhte sich um 2,1 Punkte auf 16,2 Prozent. Acers Marktanteil ging um 5,4 Punkte auf 16,18 Prozent zurück, was nur noch für Platz zwei reichte. Die Verkäufe des taiwanischen Unternehmens brachen sogar um 33,3 Prozent ein. Asus, Dell und Medion verloren 5 Prozent beziehungsweise 14,5 und 10,6 Prozent.

IDC erwartet, dass sich die hohen Lagerbestände auch auf das laufende zweite Quartal auswirken werden. Eine Besserung, vor allem im Vergleich zur zweiten Hälfte 2010, werde erst in den Monaten Juli bis Dezember eintreten. Zum Weihnachtsgeschäft werde sich die Verlagerung hin zu Smartphones und Tablets weiter verstärken.

Für das Wachstum sei weiterhin der Enterprise-Sektor verantwortlich, so IDC. Der Bereich KMUs erhole sich allerdings nur schleppend und auch die Verkäufe im öffentlichen Sektor würden durch die geplanten Haushaltskonsolidierungen gehemmt.

IDC: Top-5-PC-Hersteller in Deutschland im ersten Quartal 2011 (Verkaufszahlen in Tausend Stück)

Anbieter Verkaufszahlen 1. Quartal 2010 Verkaufszahlen 1. Quartal 2011 Marktanteil 1. Quartal 2010 Marktanteil 1. Quartal 2011 Veränderung zum Vorjahr
1. Hewlett-Packard 445,5 456,0 14,1 % 16,2 % 2,4 %
2. Acer 681,8 454,6 21,6 % 16,2 % -33,3 %
3. Asus 293,9 279,2 9,3 % 9,9 % -5,0 %
4. Dell 290,9 248,9 9,2 % 8,9 % -14,5 %
5. Medion 240,2 214,8 7,6 % 7,6 % -10,6 %
Andere 1197,7 1156,1 38,0 % 41,2 % -3,5 %
Gesamt 3150,0 2809,6 100,0 % 100,0 % -10,8 %

Themenseiten: Acer, Asus, Business, Dell, Desktop, Hewlett-Packard, IDC, Marktforschung, Medion, Mobile, Netbooks, Notebook, Smartphone, Tablet

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu IDC: Deutscher PC-Markt schrumpft um 10,8 Prozent im ersten Quartal

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *