Sparkassen wollen 45 Millionen EC-Karten mit Funkchip ausstatten

Bis zu einem Betrag von 20 Euro muss keine PIN eingegeben werden. Ende des Jahres startet in Niedersachsen ein Pilotprojekt. Im Februar 2012 sollen erste Kunden die neuen Karten nutzen können. Langfristig setzt man auch auf Handy-Zahlungen.

Die Sparkassen planen bis Ende 2015 die flächendeckende Einführung von Geldkarten mit Funkchip (PDF), wie die Welt am Sonntag berichtet. Dazu sollen in den kommenden vier Jahren bundesweit 45 Millionen EC-Karten ausgetauscht werden.

In einem Pilotprojekt erhalten Ende des Jahres knapp eine Million Sparkassen-Kunden in der Region um Hannover, Braunschweig und Wolfsburg neue Bankkarten mit eingebautem Funkchip. Zur Bezahlung müssen sie nicht in ein Kassenterminal eingeschoben, sondern nur in kurzem Abstand daran vorbeigeführt werden. Auch Genossenschaftsbanken und einzelne Privatbanken werden der Zeitung zufolge in den nächsten Monaten bis zu 100.000 der neuen EC-Karten verteilen.

Bisher einziger Partner der Sparkassen ist die Supermarktkette Edeka. Mit einem großen Tankstellenbetreiber und zwei Drogeriemarktketten laufen noch Verhandlungen. Im Februar 2012 sollen Kunden die neuen Karten erstmals nutzen können.

„Bis zu einem Betrag von 20 Euro wird der Kunde keine PIN eingeben müssen“, erklärt Wolfgang Adamiok, zuständig für Zahlungsverkehr und Kartenstrategie beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Interessenvertretung der 428 Sparkassen. Die Aufladung erfolgt wie bei einer herkömmlichen Geldkarte am Automaten. Alternativ soll es aber auch eine Art Aboservice geben, mit dem regelmäßig ein Betrag gutgeschrieben werden kann.

„Spätestens bis Ende 2015 hat jeder Sparkassen-Kunde eine Karte, die kontaktlos funktioniert“, verspricht Adamiok. Allerdings wird es sich dabei voraussichtlich nur um eine Zwischenlösung handeln. „Wir gehen davon aus, dass spätestens ab 2014 Sparkassen-Kunden per Handy zahlen können.“ Bei starker Nachfrage, könnte die Einführung auch früher erfolgen.

Google testet seinen NFC-Bezahldienst Wallet derzeit in den USA (Bild: Google).
Google testet seinen NFC-Bezahldienst Wallet derzeit in den USA (Bild: Google).

Die Banken müssen sich im Bereich des Zahlungsverkehrs in jüngster Zeit gegen neue Mitbewerber wie Internet- und Telekommunkationskonzerne wehren, die mit digitalen Geldbörsen auf NFC-Basis in den Markt drängen. Lösungen wie Google Wallet oder Mobile Wallet der Deutschen Telekom ermöglichen das bargeldlose Bezahlen per Handy und könnten EC- und Kreditkarten auf lange Sicht überflüssig machen.

Laut einer Studie von Juniper Research werden 2014 Einkäufe im Wert von rund 50 Milliarden Dollar (34 Milliarden Euro) über mobile NFC-Bezahlsysteme abgewickelt. Die Marktforscher erwarten, dass sich die Nahfunktechnik spätestens 2012 durchsetzen wird. Derzeit mangelt es noch an kompatiblen Geräten – eines der ersten ist Googles Android-Handy Nexus S.

Außerdem gibt es – vor allem bei Älteren – noch Sicherheitsbedenken. Einer Studie von MasterCard zufolge sind 63 Prozent der Nutzer im Alter zwischen 18 und 34 Jahren bereit, mit ihrem Handy zu bezahlen. Bei der Gruppe der über 35-Jährigen liegt die Akzeptanz nur noch bei 37 Prozent. 62 Prozent aller Befragten stellen die Bedingung, dass die Sicherheit ihrer persönlichen Daten gewährleistet sein muss, bevor sie etwas mit ihrem Handy einkaufen.

Themenseiten: Google, Mobil, Mobile, NFC, Personal Tech, sparkasse

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