Neue Domainsuffixe: ICANN gibt Top Level Domains frei

Vom 12. Januar bis 12. April 2012 nimmt sie Anträge entgegen. Bis dahin soll eine Aufklärungskampagne laufen. Es sind Domains in allen Sprachen und Schriften denkbar. Die ICANN gibt sich sich nun als Wohltäter der Menschheit.

Logo der ICANN

Die Internet-Regulierungsbehörde ICANN hat auf einem Treffen in Singapur erwartungsgemäß eine Regelung zugunsten neuer Top-Level-Domains (TLDs) verabschiedet. Statt bisher nur 22 Domainendungen kann künftig so gut wie jeder Begriff als Domainsuffix gebucht werden. Dies gilt als einschneidender Schritt in der Geschichte des Internets.

Statt Websites wie www.muenchen.de könnte es bald zahlreiche Alternativen wie www.stadt.muenchen, www.theater.muenchen und wohl auch www.cocacola.muenchen geben. Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, wie die ICANN in voller Länge heißt, will nun eine weltweite Kampagne starten, um die Änderungen den Anwendern zu kommunizieren. Bewerbungen für neue Top Level Domains nimmt sie dann im Zeitraum 12. Januar 2012 bis 12. April 2012 entgegen.

„Die ICANN hat das Namenssystem des Internets geöffnet, um der Vorstellungskraft der Menschen weltweit den Weg freizumachen“, sagte President und CEO Rod Beckstrom laut einer Pressemeldung. „Die heutige Entscheidung respektiert das Recht von Gruppen aller Art, neue Top Level Domains in jeder Sprache und Schrift anzulegen. Wir hoffen, dass das Domainnamensystem damit der gesamten Menschheit besser dient.“ Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Dengate Thrush gibt sich visionär: „Wir haben eine Plattform für Kreativität und Inspiration der nächsten Generation angelegt.“

In den USA erwartet man vor allem eine steile Karriere von TLDs wie „.car“, „.love“, „.movie“, „.web“ und „.gay“. Europäische Beobachter gehen vor allem von Städtenamen als beliebten TLDs aus. Klar ist, dass Domainregistraren ein glänzendes Geschäftsjahr 2012 bevorsteht. Globalen Marken bleibt wenig anderes übrig, als sich ihren Namen unter jeder halbwegs interessanten TLD zu sichern. Kein Wunder, dass die Entscheidung umstritten war und seit Jahren heftig bekämpft wurde.

Abgeschmettert wurde unter anderem ein amerikanischer Vorschlag, der der US-Regierung (und einigen anderen) ein Vetorecht eingeräumt hätte. Regierungen haben nun die Möglichkeit, die ICANN bei der TLD-Vergabe unverbindlich zu beraten.

Themenseiten: ICANN, Internet, Kommunikation, Politik

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