Microsoft testet Rundfunkfrequenzen für Smartphone-Datennetz

Ziel ist es, zunächst in Großbritannien eine Art Super-WLAN-Netz aufzubauen. Genutzt werden dazu freigewordene Fernsehfrequenzen zwischen 300 und 400 MHz. Die senden rund dreimal so weit wie ein klassisches WLAN.

Fernsehfrequenzen

Ein von Microsoft angeführtes Konsortium wird am Mittwoch im britischen Cambridge mit Tests beginnen, freie Rundfunkfrequenzen für ein neues Smartphone-Datennetz zu nutzen. Weitere Mitglieder des Konsortiums sind die BBC, British Sky Broadcasting und die British Telecom, wie die Financial Times (FT) berichtet.

Die sogenannten White Spaces sollen laut FT vornehmlich für eine Art „Super-WLAN-Netz“ in Städten sowie für Breitbanddienste auf dem Land genutzt werden. Microsoft hat demnach schon ein erstes Testnetz an seinem Hauptsitz in den USA aufgebaut, das ursprünglich für Fernsehkanäle gedachte Frequenzen verwendet. Ziel ist es unter anderem, zu beweisen, dass die Nutzung der White Spaces den normalen Fernsehbetrieb nicht stört.

Das Konsortium versucht, auch andere EU-Länder zur Nutzung von freien Frequenzen für mobile Breitbandnetze zu bewegen. In Großbritannien wird das Projekt der FT zufolge von den Wettbewerbshütern streng überwacht. Microsoft soll zudem mit Regierungsvertretern in Japan und Singapur Gespräche über ähnliche Arrangements führen.

„Das Funkspektrum ist eine endliche natürliche Ressource. Wir können es nicht vergrößern, sondern müssen es effizient und weise einsetzen“, sagte Dan Reed, bei Microsoft zuständig für technologische Strategien, der Zeitung. White Spaces besäßen ein immenses Potenzial, die Vorteile drahtloser Konnektivität auf mehr Menschen und Orte auszuweiten.

Insbesondere für BT und Sky, die das britische WLAN-Hotspot-Netz verwalten, sind ungenutzte Frequenzen eine willkommene Möglichkeit, ihr mobiles Breitbandnetz zu vergrößern. Laut FT werden die Testnetze jedoch vermutlich nicht flächendeckend eingeführt.

Ungenutzte Frequenzen zwischen 300 und 400 MHz gelten als das Premiumspektrum für drahtlose Breitbanddienste, weil sie große Distanzen überbrücken und Wände durchdringen können. Sie senden rund dreimal weiter als klassische WLAN-Signale. Die US-Kommunikationsbehörde FCC hatte schon im November 2008 unisono dafür gestimmt, dieses Spektrum für die lizenzfreie Nutzung zu öffnen. Vorstandsvorsitzernder Julius Genachowski verglich das Potenzial der White Spaces für den Markt mit dem aktuellen Stand des WLAN-Netzes. Das ebenfalls lizenzfrei nutzbare WLAN-Spektrum generiert in den USA jährlich einen Umsatz von rund 4 Milliarden Dollar.

Themenseiten: BBC, BT, Breitband, Forschung, Kommunikation, Microsoft, Mobil, Mobile, Politik, Sky, WLAN

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