Globalfoundries tauscht Führungsspitze aus und kündigt Investitionen an

Ajit Manocha ersetzt Doug Grose vorläufig als CEO. Auch COO Chia Song Hwee muss gehen. Im Aufsichtsrat gibt es ebenfalls personelle Veränderungen. Bis Ende 2012 will der Chiphersteller weitere 6 Milliarden Dollar investieren.

Im Rahmen des Ausbaus von Fab 1 werden in Dresden 10.000 Quadratmeter Reinraumfläche geschaffen (Bild: Globalfoundries).
Im Rahmen des Ausbaus von Fab 1 werden in Dresden 10.000 Quadratmeter Reinraumfläche geschaffen (Bild: Globalfoundries).

Der Chipfertiger Globalfoundries hat ein neues Führungsteam. Ajit Manocha, zuvor Executive Vice President bei Spansion, wurde zum Interims-CEO ernannt. Er ersetzt Doug Grose, der dem Unternehmen als Berater erhalten bleibt und sich künftig um die strategische Ausrichtung kümmert. Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für Grose läuft bereits.

James A. Norling, ehemaliger Chairman von Chartered Semiconductor, übernimmt die Position des Executive Chairman. Vizevorsitzender des Aufsichtsrats von Globalfoundries wird Ibrahim Ajami, der zugleich CEO des Mehrheitseigners Advanced Technology Investment Company (ATIC) ist.

Der bisherige COO Chia Song Hwee wird den Chiphersteller im August verlassen, um sich in Singapur neuen Aufgaben zu widmen, heißt es in einer Mitteilung.

„Globalfoundries besteht erst seit zwei Jahren, doch in dieser kurzen Zeit haben die Kunden bereits unsere Bedeutung für den Markt erkannt“, sagte Norling. „Gleichzeitig steigt die Nachfrage der Kunden nach mehr Kapazität, kürzeren Lieferzeiten und größerer Flexibilität. Die Maßnahmen des neuen Boards entsprechen dem Wunsch, diese Kundenbedürfnisse besser zu erfüllen und gleichzeitig die operative Performance zu verbessern.“

Ajami kündigte an, dass man die Investitionen unter dem neuen Führungsteam innerhalb der nächsten 18 Monate verdoppeln werde. Nach eigenen Angaben hatte ATIC bis Ende Mai 2011 insgesamt mehr als 6 Milliarden Dollar in den ehemaligen Fertigungsstandort von AMD in Dresen (2,1 Milliarden Dollar im März 2009), den Standort von Chartered Semiconductor in Singapur (3,1 Milliarden Dollar im Dezember 2009) und den Bau einer neuen Halbleiterfabrik im US-Bundesstaat New York (etwa 1 Milliarde Dollar) gesteckt. Bis Ende 2012 sollen weitere 6 Milliarden Dollar in die Erweiterung der Fertigungskapazitäten in Dresden, Singapur und New York sowie in den Bau eines neuen Werks in Abu Dhabi fließen.

In Dresden entsteht derzeit ein 10.000 Quadratmeter großes Reinraumgebäude zur Fertigung von 300-Millimeter-Wafern. Insgesamt stehen dann 52.000 Quadratmeter zur Verfügung. Die Gesamtkapazität des Standortes steigt im Vollausbau, der im zweiten Halbjahr 2012 erreicht werden soll, um 20.000 auf dann insgesamt 80.000 Wafer pro Monat.

In Malta, New York, vergrößert Globalfoundries ein Reinraumgebäude von Fab 8, um das Produktionsvermögen in der 28-Nanometer-Technologie zu erhöhen. Die Fab 7 in Singapur befindet sich ebenfalls im Ausbau. Dort werden vorwiegend Chips mit 65 und 40 Nanometern Strukturbreite gefertigt.

Die Advanced Technology Investment Company aus dem Emirat Abu Dhabi hatte 2008 große Anteile an AMDs Chipfertigung erworben. Unter dem Namen Globalfoundries wurde der Bereich dann im März 2009 aus dem Prozessorhersteller ausgegliedert.

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Themenseiten: ATIC, Business, Globalfoundries, Prozessoren

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