Anonymous geht gegen türkische Regierungswebsite vor

Die Hacker protestieren mit einem DDoS-Angriff gegen ein geplantes Internetzensurgesetz. Es soll die Überwachung der Internetaktivitäten aller Nutzer erlauben. Die Website einer türkischen Telekommunikationsbehörde ist seit gestern offline.

Anonymous hat den Angriff auf die Website einer türkischen Telekommunikationsbehörde zuvor angekündigt (Bild: Anonymous).
Anonymous hatte den Angriff auf eine türkische Behörde angekündigt (Bild: Anonymous).

Die Hackergruppe Anonymous hat mittels DDoS-Angriffen eine Website der türkischen Regierung lahmgelegt. Mit der Aktion will die Gruppe gegen ein geplantes Internetzensurgesetz protestieren. Die Site des Telecommunications Communication Presidency (TIB), einer türkischen Behörde für Informations- und Telekommunikationstechnologien, ist derzeit nicht erreichbar.

„In den vergangenen Jahren haben wir beobachtet, wie die türkische Regierung ihre Kontrolle über das Internet verstärkt hat. Sie blockiert Tausende Websites und Blogs und missbraucht das Gesetz gegen Online-Journalisten“, heißt es in einer Stellungnahme auf der Anonymous-Website, die derzeit ebenfalls offline ist.

„Die Regierung will am 22. August ein neues Filtersystem einführen, mit dem sich die Internetaktivitäten aller Nutzer überwachen lassen. Auch wenn unklar ist, warum und wie das System eingesetzt wird, ist doch klar, dass die Regierung die Zensur auf eine neue Ebene führt“, schreiben die Hacker. Anonymous hatte die als „Operation Turkey“ bezeichnete Aktion für Donnerstag gegen 18 Uhr Ortszeit (17 Uhr MESZ) angekündigt.

„Wir werden angesichts eines Angriffs dieser Gruppe auf unser Land nicht nachgeben“, sagte Yavuz Kocoglu, Leiter einer für die Bekämpfung von Cybercrime zuständigen türkischen Behörde gegenüber Reuters. „Wir rufen allen zuständigen staatlichen Institutionen auf, gegen solche Verbrechen vorzugehen.“

Zuletzt hatte Anonymous auch der NATO mit Aktionen gedroht. Grund dafür ist ein Bericht des Verteidigungsbündnisses, der Anonymous als eine „Bedrohung für Regierungen und Bürger“ einstuft. Die NATO bezieht sich dabei unter anderem auf die Angriffe auf MasterCard, Visa, PayPal, Amazon und andere Firmen, die ihre Unterstützung für Wikileaks eingestellt hatten.

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