Bericht: Groupon muss vielleicht neuen Antrag auf Börsengang stellen

Ein Kommentar von Chairman Eric Lefkofsky verletzt die Regeln der US-Börsenaufsicht. Demnach darf ein Unternehmen vor dem Börsengang keine vorausschauenden Aussagen treffen. CEO Andrew Mason hatte seine Mitarbeiter extra darauf hingewiesen.

Unbedachte Kommentare von Groupon-Chairman Eric Lefkofsky dürften dazu führen, dass sein Unternehmen einen zweiten Antrag auf Börsengang stellen muss. Er hat die Auflagen der US-Börsenaufsicht SEC verletzt. Sie beschränkt die Aussagen, die Firmen vor dem Börsengang über ihre Gewinnaussichten treffen dürfen, wie Bloomberg berichtet.

Lefkofsky hatte am 3. Juni behauptet, sein – derzeit äußerst unprofitables – Unternehmen werde nach dem Börsengang „so richtig profitabel“ sein. Groupon hatte tags zuvor seinen Börsengang beantragt und bekannt gegeben, es wolle durch den Verkauf von Aktien rund 750 Millionen Dollar sammeln.

Groupon könne sich dazu genötigt sehen, neue Dokumente bei der SEC einzureichen, die Lefkofskys Kommentare offenlegen und sie entweder abwerten oder oder richtigstellen, erklärte Noah Hagey von Braun Hagey gegenüber Bloomberg. „Wo man jemanden mit Insiderwissen und Status hat, der Voraussagen darüber trifft, wie das Unternehmen sich schlagen wird, zieht man Aufmerksamkeit auf sich.“

Die Aussagen tätigte Lefkofsky als Antwort auf Fragen nach den Unternehmen, die er bisher geführt oder mitgegründet hat – neben Groupon etwa Starbelly.com, InnerWorkings und Echo Global Logistics. „Ich werde noch lange im Technikbereich bleiben“, sagte in einem Interview. „Ich werde noch eine Reihe von Unternehmen gründen.“ Dabei handle es sich nicht um Betrügereien. „Das sind gute Firmen. InnerWorkings ist profitabel. Echo ist profitabel. Groupon wird so richtig profitabel sein.“

Bloomberg zufolge könnte Groupon Lefkofskys Kommentar relativieren, indem es bei der SEC etwa angibt, dass es irgendwann in den kommenden zehn oder 20 Jahren „profitabel“ sein wird – ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen.

Groupon-CEO Andrew Mason hatte laut Bloomberg in weiser Voraussicht am 2. Juni ein Memo herausgegeben und seine Mitarbeiter darauf hingewiesen, nicht über das Unternehmen zu sprechen. „Für die kommenden 90 Tage befinden wir uns in einer ‚Periode des Schweigens‘, in der wir keine vorausschauenden Aussagen treffen dürfen“, zitiert Bloomberg aus der Nachricht. „Alles, was wir sagen, kann als ‚Aufbauschen der Aktien‘ verstanden werden.“

Die Regelung führte die SEC 2005 ein, nachdem Google ein Jahr zuvor bei seinem Börsengang 1,67 Milliarden Dollar ergattert hatte. Das Männermagazin Playboy hatte zuvor ein Interview mit Google-Vertretern veröffentlicht, das Bedenken schürte. Seitdem sind Manager dazu angehalten, der SEC Kopien ihrer Aussagen gebenüber Medien zukommen zu lassen.

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