Polycom übernimmt das Videokonferenzgeschäft von HP

Die Transaktion umfasst auch die Highend-Konferenzsysteme Halo sowie die von HP angebotenen Managed Services. Mit einem Volumen von 89 Millionen Dollar ist sie für Polycom ein Schnäppchen. Der Kauf soll im dritten Quartal 2011 abgeschlossen sein.

Logo von Polycom

Polycom übernimmt für 89 Millionen Dollar in bar das Visual Collaboration Business von Hewlett-Packard. Im Rahmen der Transaktion geht auch das Geschäft mit den Highend-Konferenzlösungen Halo – sowohl die Produkte als auch die Managed Services – an Polycom über. Vereinbart wurde ferner, dass Polycom Videoanwendungen für HPs WebOS-Plattform bereitstellt.

Im Gegenzug fungiert der Konferenzspezialist künftig als exklusiver HP-Partner für Telepresence und „bestimmte“ Video-Kommunikationslösungen im Markt für Unified Communications. HP wird Polycom sein Know-how bei Softwaretechnologie und UC-Infrastruktur zur Verfügung stellen sowie künftig die gesamte Bandbreite der UC-Lösungen von Polycom vertreiben.

Polycom erwartet, dass die Akquisition nach erfolgtem Abschluss leicht zum Gewinn beitragen wird. Die zuständigen Behörden müssen sie noch genehmigen. Voraussichtlich wird der Kauf im dritten Quartal 2011 abgeschlossen sein.

HP war vor gut einem Jahr durch die Übernahme von Tandberg durch Cisco im Geschäft mit Videokonferenzen unter Druck geraten. Cisco hatte ursprünglich im Oktober 2009 3 Milliarden Dollar für Tandberg geboten. Nachdem Investoren das Angebot ablehnten, erhöhte Cisco seine Offerte von 153,50 auf 170 Norwegische Kronen je Aktie oder umgerechnet 3,4 Milliarden Dollar.

Ende März stimmten die Kartellbehörden der Übernahme zu. Weder die EU-Kommission noch das US-Justizministerium sahen eine Gefährdung des Wettbewerbs im Videokonferenzmarkt. Es ist daher auch nicht davon auszugehen, dass sie bei der wesentlich unbedeutenderen Transaktion zwischen Polycom und HP Einwände erheben. Daran ändert auch Polycoms starke Position bei Audiokonferenzsystemen nichts.

Der Kauf von Tandberg war für HP unangenehm, da ein großer Teil der Technologie in den eigenen Highend-Konferenzsystemen – die HP unter dem Namen Halo vermarktete – von dem norwegischen Unternehmen stammte. Die rasch zunehmenden, erheblichen Spannungen zwischen HP und Cisco machten es unwahrscheinlich, dass HP die Technologie auf lange Sicht weiterhin nutzen würde.

Mit Aussagen zur Zukunft des Bereichs hielt sich HP jedoch immer zurück. Vor einem Jahr sah es dann so aus, als ob das Marktsegment durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Videospezialisten Vidyo abgedeckt werden soll. Wie sich diese angesichts der veränderten Situation weiter gestalten wird, bleibt zunächst unklar.

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