Microsoft beklagt Softwarepiraterie in China

Laut CEO Steve Ballmer erzielt das Unternehmen dort bei nahezu gleichen PC-Verkäufen im Vergleich zu den USA nur fünf Prozent des Umsatzes. Die Einnahmen sind geringer als die in den Niederlanden.

Microsoft-CEO Steve Ballmer bei seinem Besuch in China (Bild: ZDNet.com)
Microsoft-CEO Steve Ballmer bei seinem Besuch in China (Bild: ZDNet.com)

Microsoft-CEO Steve Ballmer hat nach einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) bei einem Besuch in China die dort weit verbreitete Produktpiraterie, vor allem von Microsoft-Produkten, beklagt. Microsoft erziele in China im Vergleich zu den USA nur fünf Prozent der Einnahmen, obwohl in beiden Ländern gegenwärtig gleich viele PCs verkauft würden. „Wir sprechen hier über Gewinnchancen im Milliarden-Dollar-Bereich – wenn Chinas Schutz für geistiges Eigentum auf das Niveau von Indien gebracht würde“, sagte Ballmer.

Der Microsoft-Chef hielt seine Rede zur Eröffnung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums vor Microsoft-Angestellten. Die Einnahmen, die das Unternehmen pro PC in China erziele, entspreche nur einem Sechstel von denen in Indien. Der Umsatz in China liege sogar unter dem in den Niederlanden – und das, obwohl China laut Zahlen von IDC derzeit der zweitgrößte PC-Markt der Welt sei.

Microsoft wird sich Ballmer zufolge darauf konzentrieren, die Urheberrechtsbewegung in China zu unterstützen. Die chinesische Regierung führe bereits „spezielle Maßnahme gegen Produktpiraterie“ durch. Außerdem brach der Microsoft-Chef eine Lanze für Qualitäts-PCs gegenüber billigen Nachahmerprodukten. Microsoft begrüße die Hilfe der chinesischen Regierung beim Thema Raubkopien. Nach Ballmers Ansicht würde das Land selbst von einem besseren Schutz des geistigen Eigentums profitieren. Das zöge mehr innovative Unternehmen und Kreativität an.

Trotz aller Probleme werde Microsoft weiter in China investieren. Ballmer: „Erst gestern haben wir Investitionen von 1,3 Milliarden Yuan (141 Millionen Euro) angekündigt, mit denen wir junge Unternehmen hier in China unterstützen wollen. Wir wissen, dass der Schlüssel zum Wachstum nicht nur in unserem eigenen Erfolg, unseren Innovationen und unserem Wohlstand liegt, sondern auch im Erfolg unserer Partner hier auf dem chinesischen Markt.“

China werde noch in diesem Jahr die Vereinigten Staaten als weltweit größten Markt für PCs überholen, fuhr Ballmer fort. Wachsende, gesunde Innovationen und Urheberrechte in China seien der Schlüssel für eine Fortsetzung des Erfolgs, des Wachstums und des Wohlstands für alle.

Themenseiten: Business, China, Kopierschutz, Marktforschung, Microsoft, Politik, Steve Ballmer, Urheberrecht

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