Tablets und Smartphones im Fokus: Intel richtet Geschäft mit Mobilprozessoren neu aus

Die durchschnittliche Verlustleistung von CPUs soll von 35 auf 15 Watt sinken. Intel arbeitet unter anderem an zwei neuen Atom-Architekturen mit Strukturbreiten von 22 und 14 Nanometern. Laut CEO Paul Otellini ist der Ausgang des Tablet-Rennens noch offen.

Intel-CEO Paul Otellini hat bei einem Treffen mit Investoren angekündigt, dass sein Unternehmen das Geschäft mit Mobilprozessoren neu ausrichten wird. Im Zentrum sollen künftig verstärkt CPUs mit niedrigem Energieverbrauch für ultraportable Laptops, Smartphones und Tablets stehen, aber auch für Geräte wie internetfähige Fernseher.

Intel will die Strukturbreite von Atom-CPUs innerhalb von drei Jahren von 32 auf 14 Nanometer verkleinern (Bild: Intel).
Intel will die Strukturbreite von Atom-CPUs innerhalb von drei Jahren von 32 auf 14 Nanometer verkleinern (Bild: Intel).

„Wir wechseln von 35 Watt zu 15 Watt“, sagte Otellini in Bezug auf die durchschnittliche Verlustleistung (TDP) eines Prozessors. „Ultramobilität steht immer mehr im Zentrum. Jedes Gerät muss im Dauerbetrieb und immer mit dem Internet verbunden sein.“ 15-Watt-Prozessoren kommen heute typischerweise in ultradünnen Laptops wie dem MacBook Air zum Einsatz.

Die geringeren TDP-Werte will Intel in neuen Atom-Prozessoren realisieren. Derzeit entwickelt das Unternehmen unter dem Codenamen „Silvermont“ Atom-Chips mit einer Strukturbreite von 22 Nanometern. Darauf soll ein 14-Nanometer-Design namens „Airmont“ folgen.

Otellini ging auch auf den Tablet-Markt ein. „Das Tablet-Rennen ist längst noch nicht entschieden“, sagte er. Die Markteinführung der von ihm im Dezember 2009 angekündigten 35 neuen Tablet-Modelle mit Android und MeeGo liege im Zeitplan. Es gehe aber nicht nur um Tablets, sondern auch um sogenannte Convertibles, also Mischungen aus Tablet und Notebook. „In den nächsten Jahren wird viel experimentiert werden.“

Für den Smartphone-Bereich hatte Otellini keine neuen Ankündigungen. Erste Mobiltelefone mit Intel-Chips kämen in der ersten Hälfte 2012 in den Handel. Handys seien aber ein Bereich, auf den sich Intel zunehmend konzentriere. Sie sollen auf Intels Atom-CPU „Medfield“ basieren.

Otellini ergänzte, dass sein Unternehmen derzeit ein Referenz-Design eines Nokia-Smartphones verschiedenen Kunden anbiete. Grund dafür sei das Ende der Zusammenarbeit mit dem finnischen Handyhersteller in Folge der Partnerschaft mit Microsoft.

Darüber hinaus zeigte David Perlmutter, Executive Vice President von Intel, zwei neue Referenz-Designs: ein Smartphone und ein 7-Zoll-Tablet. Beide Geräte sind in etwas so dick wie die dünnsten derzeit erhältlichen Smartphones und Tablets. Genaue Maße nannte Perlmutter nicht. Die Herausforderung für Intel ist, aus diesen Designs Produkte zu entwickeln, die Verbraucher kaufen wollen.

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Themenseiten: Business, Intel, Mobile, Notebook, Prozessoren, Smartphone, Tablet

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