iOS-Entwicklern droht Patentklage

Computer LogicX und der Entwickler James Thompson haben einstweilige Verfügungen erhalten. Sie verbieten ihnen die Nutzung von In-App-Verkäufen in iOS-Anwendungen. Die Holding Lodsys besitzt nach eigenen Angaben ein Patent für diese Technik.

Apples Logo für In-App-Verkäufe (Bild: Apple)

Computer LogicX, Herausgeber der iOS-Anwendungen „Mix and Mash“ und „Mix and Mash Lite„, sowie der Entwickler James Thompson, der die Apps PCCalc und DragThing anbietet, haben einem Bericht von Cult of Mac zufolge einstweilige Verfügungen erhalten, die ihnen die Nutzung von In-App-Verkäufen in ihren Anwendungen verbieten. Sollte sie die Funktion nicht entfernen, droht ihnen eine Patentklage.

Laut MacRumours geht es im Fall von Computer LogicX um das Patent 7.222.078, das der Holding Lodsys gehört. Es trägt den Titel „Methoden und Systeme für die Sammlung von Produktinformationen aus einem Netzwerk“ und wurde von dem Unternehmen 2004 gekauft. Es beschreibt die Einrichtung und den Abschluss von Transaktionen.

Der Patentinhaber habe es in erster Linie auf den Upgrade-Mechanismus von der kostenlosen „Lite-Version“ auf die Vollversion von Mix and Mash abgesehen, so Rob Gloess von Computer LogicX in einer E-Mail an MacRumours. Nutzer müssten dafür in der Lite-Version auf einen Button klicken, um die Premium-Version kaufen und herunterladen zu können. Der Button wiederum verletzt angeblich das Patent 7.222.078.

Lodsys wollte sein Vorgehen nicht kommentieren. Unklar ist auch, warum es sich ausgerechnet Computer LogicX als Ziel ausgesucht hat. Thomson hat bisher noch keine Angaben zum Absender der einstweiligen Verfügung gemacht, aber angedeutet, es könnte Lodsys sein. Der Entwickler erklärte, er warte noch auf eine Rückmeldung von Apple, bevor er sich öffentlich äußern werde. Apple stand für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.

Anfang 2009 hatte Apple die In-App-Verkäufe vorgestellt und sie im Lauf des Jahres für Gratis-Apps freigeschaltet. Entwickler können eine kostenlose Version ihrer App veröffentlichten, die sich aus der Anwendung heraus um kostenpflichtige Funktionen erweitert lässt.

Die Gestaltung der Schaltfläche für das Upgrade steht ihnen frei. Eine Benachrichtigung, die über einen Einkauf informiert, sowie eine Bestätigung, dass der Kauf über ein iTunes-Konto abgewickelt wird, sind Bestandteil von iOS. Von daher bleibt offen, warum Lodsys seine Anschuldigungen nicht gegen Apple erhebt, das das Betriebssystem herstellt und das Bezahlsystem bereitstellt.

Es ist nicht der erste von Lodsys angezettelte Patentstreit. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen unter anderem gegen Hewlett-Packard, Lenovo, Lexmark, Novell und Canon wegen angeblicher Verstöße gegen ein Patent für Druckersoftware Klage eingereicht.

Themenseiten: Apple, Business, Mobile, Urheberrecht, iPhone

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1 Kommentar zu iOS-Entwicklern droht Patentklage

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  • Am 16. Mai 2011 um 9:20 von ATX

    Patentschleicher
    Wann wird endlich gegen die Patentschleicher wie Lodsys vorgegangen. Diese Firmen haben selber nichts entwickelt sondern eben mal die Patente samt Firma gekauft. Es gibt keine Umsetzung in reale Produkte. Nun wollen die Geier Geld für etwas was eigentlich nicht von Ihnen ist. Patente sollten nur dort vergeben werde wo auch verkaufte Produkte von der Firma entwickelt und in den Handel gebracht wurden. Ausserdem sollte die Patentzeit verkürzt werden. Wer Patente einklagt ohne selber Produkte dafür entwickelt und verkauft zu haben, sollte mit einer sehr hohen Geldstrafe unter Androhung von Freiheitsentzug wegen Betrugs und Verleumdung bestraft werden. Diese Gesellschaft die diese Praxis hervorgebracht hat (Patentklagen von erkauften Patenten) ist krank wie Ihr gesamtes Image was sich in den Darstellungen der Medien äußert. (z.B. Fungesellschft und Selbsterniedrigung in zweifelhaften Talkshows und Fernsehserien die Menschen diffamieren und beleidigen (Richter Sendungen und ähnlicher Unfug).

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