Google: „Unser Musikdienst ist völlig legal“

Die Anwender von "Music Beta by Google" dürfen nur lizenzierte Musik hochladen. Der Konzern will mit Urheberrechtsinhabern gegen eventuelle Piraterie vorgehen. Verhandlungen über Musiklizenzen mit den großen Plattenfirmen sind zunächst gescheitert.

Google hat auf der I/O-Developer-Konferenz in San Francisco seinen neuen Cloud-Musikdienst verteidigt. Laut Jamie Rosenberg, Director of Digital Content für Android, ist das Angebot „völlig legal“, weil die Anwender nur lizenzierte Musik auf die Google-Server hochladen dürfen. Man habe den großen Plattenfirmen eine Möglichkeit einräumen wollen, Google-Kunden Musik zu verkaufen. Die Labels hätten jedoch inakzeptable Bedingungen gestellt.

Details zu den Verhandlungen wollte Rosenberg auf der Pressekonferenz nicht nennen. Er betonte aber, dass Google sich verpflichtet fühle, die Rechte der Musiker zu schützen. „Wir nehmen Urheberrechte sehr ernst“, erklärte er. „Wir haben den Dienst extra für persönliche Musiksammlungen eingerichtet, aus Respekt denen gegenüber, die die Musik gemacht haben.“

Auf die Nachfrage, wie Google die Musik-Cloud kontrollieren wolle, um sicherzustellen, dass die hochgeladenen Inhalte auch legal seien, erklärte Android-Chef Andy Rubin: „Google wird mit Rechteinhabern zusammenarbeiten, die glauben, dass unser Dienst für unlizenzierte Musik genutzt wird“.

Mit „Music Beta by Google“ können Anwender bis zu 20.000 eigene Musikstücke in ihrem Google-Konto speichern und über jedes internetfähige Gerät mit Flash-Unterstützung abspielen. Der Service ist zunächst nur auf Einladung für Anwender in den USA zugänglich. Solange die Betaphase läuft, fallen keine Kosten an. Projektmanager Paul Joyce deutete aber an, dass der Dienst einmal gebührenpflichtig werden könnte.

Google steht in Urheberrechtsfragen in den USA unter Druck. Vertreter des Unternehmens wurden unter anderem zu einer Anhörung des US-Repräsentantenhauses eingeladen, um zum Thema Piraterie Stellung zu nehmen. Der Konzern bemüht sich deshalb um einen guten Ruf und richtete beispielsweise eine „Copyright-School“ für sein Videoportal Youtube ein. Diese Schulung müssen alle Anwender durchlaufen, deren Filme unter Piraterieverdacht geraten sind.

Trotzdem lässt man sich bei Google nicht verunsichern. Auf der I/O-Konferenz gab er die Einrichtung eines Videoverleihs im Android Market bekannt. Anwender können dort Filme leihen und sich diese auf verschiedenen Android-Geräten ansehen. Das Angebot ist zunächst nur in den USA verfügbar. Die Kunden dort zahlen knapp zwei Dollar (1,40 Euro) pro ausgeliehenem Titel.

Anwender in den USA können "Music Beta by Google" zunächst nur auf Einladung, dafür aber kostenlos nutzen (Bild: James Martin/CNET).
Anwender in den USA können „Music Beta by Google“ zunächst nur auf Einladung, dafür aber kostenlos nutzen (Bild: James Martin/CNET).

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