Prozess in Kalifornien wegen Lohnabsprachen von Hightech-Firmen

Auf der Anklagebank sitzen Adobe, Apple, Google, Intel, Intuit, Lucasfilm und Pixar. Sie sollen Löhne abgesprochen und Abwerbeverbote vereinbart haben. Die Klage fordert Schadenersatz für "Zehntausende" von Angestellten.

Diagramm der Absprachen (Bild: Lieff Cabraser Heimann und Bernstein)
Diagramm der Absprachen (Bild: Lieff Cabraser Heimann und Bernstein)

Gegen Adobe, Apple, Google, Intel und andere Hightech-Firmen ist jetzt in Kalifornien wegen Kartellrechtsverletzung eine Sammelklage anhängig. Die Unternehmen sollen sich bei der Höhe ihrer Mitarbeitergehälter abgesprochen haben. Außerdem soll es Verträge gegeben haben, keine Angestellten abzuwerben.

Die Klageschrift behauptet, dass führende Manager von Adobe, Apple, Google, Intel, Intuit, Lucasfilm und Pixar „ein fest verwobenes Netz von expliziten Vereinbarungen geknüpft haben, um jeden Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte auszuschalten“. Die betroffenen Angestellten dieser Unternehmen hätten das Recht auf eine Entschädigung. Eine Stellungnahme der beklagten Firmen gibt es bislang nicht.

„Meine Kollegen bei Lucasfilm und ich haben unsere Fähigkeiten, unser Wissen und unsere Kreativität eingebracht, um das Unternehmen zum Marktführer zu machen“, sagt der ehemalige Lucasfilm-Angestellte Siddharth Hariharan, der die Sammelklage eingereicht hat und als Kläger geführt wird. „Es ist empörend, dass führende Manager des Unternehmens mit anderen führenden Hightech-Unternehmen Abmachungen geschlossen haben, die jeden Wettbewerb ausschließen und die Löhne qualifizierter Arbeitskräfte begrenzen, während wir hart an großartigen Produkten arbeiteten, die Lucasfilm enorme Profite brachten.“

In der Klage verlangt Hariharan Ersatz für verlorenes Entgelt sowie dreifachen Schadenersatz für alle, die sich an der Klage beteiligen. Das wären alle bezahlten Angestellten, die zwischen 1. Januar 2005 bis 1. Januar 2010 bei den angeklagten Firmen gearbeitet haben. Die Klageschrift schätzt, dass es sich dabei um „Zehntausende“ von Betroffenen handle. Hariharans Anwalt sagt, dass der Lohn der Kläger durch die Absprachen der Unternehmen zwischen 10 und 15 Prozent verringert wurde.

Die Absprachen hätten 2005 mit Pixar und Lucasfilm begonnen, und sich dann auf Adobe und Apple ausgeweitet, erläutern die Kläger. Die Verbindung sei Apple-CEO Steve Jobs gewesen, der den Handel vermutlich während seiner Zeit als CEO von Pixar eingefädelt habe. „Nicht später als 2006“ habe Apple dann ein Abkommen mit Google geschlossen, in dem beide Unternehmen einander zusicherten, nicht aktiv zu versuchen, Angestellte abzuwerben. Ein Jahr später wären die Abkommen zwischen Apple und Pixar, Google und Intel sowie Google und Intuit gefolgt.

Schon 2009 hatte das amerikanische Justizministerium gegen die Unternehmen eine kartellrechtliche Untersuchung begonnen, die im September 2010 abgeschlossen wurde. Etwa Adobe und Apple verpflichteten sich damals, die Praxis des Abwerbeverbots zu beenden. „Ohne die aktuelle Sammelklage bekämen der Kläger und die Teilnehmer an der Sammelklage keinen Schadenersatz, und die Beklagten behielten den Vorteil ihrer ungesetzlichen Absprache“, heißt es in der jetzigen Klageschrift.

Themenseiten: Business, Gerichtsurteil, Google, IT-Jobs, Steve Jobs

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