Berners-Lee: „Das Web hat eine wichtige soziale Funktion“

Der "Vater des World Wide Web" erinnerte das W3C auf einer MIT-Veranstaltung an seine soziale Verantwortung: Es geht nicht um schicke Geräte, sondern darum, Menschen zu verbinden. Die Zahl der neuen Mobilgeräte nannte er "irrwitzig".

Tim Berners-Lee auf der MIT-Veranstaltung in Cambridge (Bild: Martin LaMonica/CNET)
Tim Berners-Lee auf der MIT-Veranstaltung in Cambridge (Bild: Martin LaMonica/CNET)

Tim Berners-Lee, einer der Väter des World Wide Web, hat Webentwickler auf einer Konferenz des Massachusetts Institute of Technology (MIT) an ihre soziale Verantwortung erinnert. Auf der Veranstaltung mit dem Titel „Computation and the Transformation of Practically Everything“ („Computer und ihre Auswirkungen in praktisch allen Lebensbereichen“) sagte er, dass das Web Gerechtigkeit, Transparenz der Regierungen und menschliche Freiheitsrechte fördere.

Das für Web-Standards zuständige World Wide Web Consortium (W3C) müsse sich mit einer „irrwitzigen“ Zahl von Mobilgeräten befassen, darunter Telefone und Tablet-Rechner. Neben ihrer Arbeit an neuen HTML-Standards haben die Informatiker laut Berners-Lee aber die Pflicht, an die wichtige soziale Rolle des Internets zu denken.

„Die Herausforderung ist es, jeden einzubinden. Wir sind zwar ein Technologie-Konsortium, trotzdem ist es unheimlich wichtig, Dinge voranzubringen“, sagte er in Bezug auf die Rolle des Webs in Gesellschaft und Kultur. „Es geht nicht nur darum, noch schickere Geräte oder Websites zu bauen. Ein wichtiger Aspekt des Webs ist es heute, dass es so groß und so allgegenwärtig geworden ist.“ Das Web solle dazu dienen, noch mehr Menschen miteinander zu verbinden, Brücken zwischen Kulturen zu schlagen und Missverständnisse auszuräumen.

Ein weiterer Sprecher zum Thema „Computer für jedermann“ war Nicholas Negroponte, Gründer des MIT Media Lab und Vorsitzender von One Laptop per Child. Negroponte berichtete, dass die bezahlbaren Laptops seiner Organisation mittlerweile an 2,4 Millionen Menschen in 40 Ländern verteilt worden seien. Das habe „gewaltige Auswirkungen“ auf die Menschen in armen Ländern gehabt.

Als Beispiel präsentierte er das Foto eines Kindes in Peru, dass seinem Großvater mit einem Laptop Lesen und Schreiben beibringt. Das habe das Selbstbewusstsein des Kindes und seine Rolle in der Gemeinschaft gestärkt. „One Laptop per Child“ werde Pläne für ein 75-Dollar-Tablet (52 Euro) veröffentlichen. Ob man das Gerät selber produzieren werde, sei aber noch nicht klar. Das Billig-Tablet werde Multitasking unterstützen, da Schüler häufig zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln wollten.

Negroponte bedauerte die schlechte Presse, die seine Organisation bekommen habe. Auf die Frage, was er gerne anders gemacht hätte, antwortete er: „Ich hätte nicht so gegen Microsoft und Intel wettern sollen. Damals glaubte ich, das würde mir Ehre einbringen. Wenn ich noch einmal fünf Jahre zurückgehen könnte, hätte ich es eleganter gemacht.“

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