Sony-Sites nach Drohung von Anonymous offline – Update: Angriff inzwischen eingestellt

Die Ermittlungen dauern noch an, Sony schließt aber einen Hackerangriff als Ursache nicht aus. Die Mitglieder von Anonymous könnten sich über ihren Internet Relay Chat organisiert haben. Alle betroffenen Sites sind mittlerweile wieder online.

Auf seiner Website nennt Sony Wartungsarbeiten als Grund für eine Störung, die vermutlich Anonymous zuzuschreiben ist (Bild: Sony).

Mehrere Sony-Websites waren gestern zeitweise offline. Sony.com, SonyStyle.com und die US-Playstation-Site waren von den Ausfällen betroffen. Inzwischen sind alle drei wieder erreichbar.

Die Hackergruppe Anonymous hatte Sony mit Angriffen gedroht – vornehmlich wegen seiner Klage gegen den Playstation-3-Hacker George Hotz.

„Wir führen Ermittlungen durch und prüfen auch die Möglichkeit einer zielgerichteten Aktion Dritter“, heißt es in einer Stellungnahme von Sony. „Unsere Ingenieure arbeiten an der Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der Dienste und wir sind dankbar für die Unterstützung unserer Kunden.“

Nach Angaben eines Beobachters war der Internet Relay Chat (IRC) von Anonymous zuletzt sehr aktiv. Mitglieder der Gruppe sollen darüber ihre Ziele vereinbart haben. Sie hätten sich koordiniert eine Sony-Site nach der anderen vorgenommen.

In einem offenen Brief hatte Anonymous Sony vor wenigen Tagen vor einem DDoS-Angriff gewarnt. Es habe das amerikanische Rechtssystem missbraucht, um die Verbreitung von Informationen über seine Produkte zu verhindern. Bei einem DDoS-Angriff versuchen so viele Computer gleichzeitig auf eine Website zuzugreifen, sodass diese aufgrund des Ansturms zeitweise für niemanden erreichbar ist.

Bekanntheit hatte Anonymous im vergangenen Jahr mit Angriffen auf Firmen wie Paypal, Mastercard und Visa erreicht, durch die es die Whistleblower-Website Wikileaks unterstützen wollte. Zudem soll die Gruppe im Besitz des Stuxnet-Codes sein, den sie nach eigenen Angaben bei einem Einbruch in Server des Sicherheitsunternehmens HB Gary erbeutet haben will.

Mitte Januar erwirkte Sony eine einstweilige Verfügung gegen Hotz und weitere PS3-Hacker, die einen Jailbreak für die PS3 entwickelt hatten. Er erlaubt es Nutzern, andere Betriebssysteme und auch illegal kopierte Spiele auf der Konsole laufen zu lassen. Sony sieht darin einen Verstoß gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) sowie den Computer Fraud and Abuse Act. Das Unternehmen erhielt zudem Zugriff auf Hotz‘ Konten bei Sozialen Netzen, IP-Adressen von Besuchern seiner Website und sein Paypal-Konto.

Update 15:34

Die Hackergruppe hat inzwischen mitgeteilt, dass sie die Angriffe auf das Playstation-Netzwerk beendet hat. „Wir haben erkannt, dass es keine gute Idee war, das Playstation-Netz anzugreifen.“, heißt es in der Stellungnahme. Der Angriff solle Sony treffen und nicht die Spieler.

Themenseiten: Hacker, Jailbreak, Konsole, Sony Europe Limited; Zweigniederlassung Deutschland

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